Während seiner Balkan-Reise hat US-Vizepräsident Joe Biden Belgrad und Pristina besucht, wobei er dem Kosovo beinahe mit Isolation gedroht hat, wenn der die mit Serbien ausgehandelten Vereinbarungen nicht einhalten sollte.
 
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Die USA, die zusammen mit der EU seit mehreren Jahren zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo vermitteln, halten die erzielten Durchbrüche für besondere Erfolge der US-Politik in der Balkan-Region. Nun aber scheint der Prozess ins Stocken geraten zu sein, denn der Kosovo zieht die Schaffung der Assoziation der serbischen Gemeinden im Land in die Länge.
 
Im Sputnik-Interview hat der Chefredakteur von dem kosovarischen „Radio Gracanica“, Zoran Stankovic, gesagt, die kosovarischen Serben nähmen Bidens Worte eher als hohe Diplomatie wahr, die aber nicht in die Tat umgesetzt werde. Pristina könne sich seinerseits gut anpassen, besonders wenn es notwendig ist.

 

Was die Aussage des kosovarischen Präsidenten Hashim Thaci über eine Wiederaufnehme des Dialogs mit Belgrad anbetrifft, meint Stankovic:

 

„Wenn man es braucht, kann sich die albanische Politik anpassen und über Nacht verändern. Tatsache ist, dass der Wortlaut des Gespäches mit Biden nicht veröffentlich und somit unklar ist, was weiter passiert. Auf jeden Fall sind die USA das Land, das Pristina alleine steuert“.

 
Der Leiter der serbischen Kanzlei für Kosovo und Metochien, Marko Djuric, hat hierzu gegenüber Sputnik gesagt:
 

„Für uns ist es wichtig, dass die internationale Gemeinschaft die Schaffung der Assoziation der serbischen Gemeinden unterstützt. Es geht insbesondere um die Parteien, die so einen Einfluss auf Prishtina haben. Und es ist Prishtina, das aktuell mehrere Verpflichtungen für die Normalisierung nicht erfüllt“.

 
Die serbische Abgeordnete aus der Fraktion „Demokratische Partei Serbiens“, Sanda Raskovic Ivic, schließt nicht aus, dass der Kosovo bestimmte Kompromisse eingehen wird, da „die kosovarische Hauptstadt nicht Pristina, sondern die US-Basis Bondsteel ist“.