Interview mit Direktorin des Instituts für geostrategische Studien, Dragana Trifkovic, Serbien

 


 
News Front: Dragana, Sie waren im Kosovo, und im Noworossija (die selbsternannten Donezk und Lugansk Republiken. Sie machten auch schlimme Erfahrungen mit den internationalen Friedenstruppen. Jetzt will die Ukraine, damit die EU-, NATO- oder UNO-Truppen zu Donbass eintreten.Teilen Sie uns bitte Ihre Erfahrungen, erzählen bitte wie die aktuelle Lage im Kosovo ist?
 

Dragana Trifkovic: Was die Erfahrung von Serbien mit internationalen Organisationen betrifft, kann ich sagen, dass sie sehr negativ ist, vor allem in Kosovo selbst und in Metohija. Die OSZE war bereits 90 Jahre dort präsent, und beteiligte sich an der Vorbereitung der Sonderoperation «Racak», welche zum Argument für die Bombardierung Serbiens geworden ist. Die Hauptrolle spielte hier William Walker, der damals der Chef der OSZE-Mission in Serbien war.
 
Nach den Bombardements im Jahre 1999 hat sich die Präsenz der internationalen Organisationen im Kosovo seit dem Jahr 2000 wesentlich erhöht. Jetzt funktionieren die EU-Strukturen wie UMNIK (UN), die KFOR (NATO) und die EULEX. Von dem Moment an, als die serbischen Strukturen mir der Lösung für das Problem von Kosovo im Rahmen der EU einverstanden wurden, nicht im Rahmen der UNO, kann ich von meinem Erfahrung mit Sicherheit sagen (ich war im Kosovo und in der Donbass), dass nach Gesprächen mit den Menschen im Kosovo und Metohija es mir absolut klar wurde — der Beitrag der internationalen Organisationen im Kosovo war zur Unterstützung der NATO, der NATO-Politik und der albanischen Seite, welche die westlichen Mächte fördern. Diese Oranisationen haben die Unterstützung des Westens, vor allem die Vereinigten Staaten, und damit der NATO.
 
In allen Operationen gegen die Serben, sowohl im Krieg als auch während den Bombardierungen hat der albanische Faktor und die NATO eine Schlüsselrolle gespielt, durch die NATO haben die USA den Druck auf die Serben ausgeübt. Ich denke, die Einführung einer internationalen Truppe wäre für die Bevölkerung Donbass ebenso schlecht. Ihre Rolle wäre die gleiche wie im Kosovo, sie hätten unendlich die ukrainische Seite unterstützt werden, die ukrainische Streitkräften, welche in diesem Krieg die Angreifer sind. Die Ukraine hat eine Aggression gegen die eigene Bevölkerung von Donbass entfesselt.