Die Führung Serbiens und der Republik Srpska von Bosnien und Herzegowina hat zusammen mit Bürgern das Andenken an die Opfer des Konzentrationslagers Jasenovac der Ustascha-Faschisten in Donja Gradina in Bosnien und Herzegowina geehrt, wie am Freitag der Radio-und TV-Sender der Republik Srpska RTRS meldete.

 

„In Jasenovac wurden 500.000 Serben und 200.000 Vertreter anderer Nationalitäten ermordet. Die Serben erwiesen sich hier nicht etwa durch Zufall, sie waren keine Nebenopfer, was vom Ziel der Organisation dieses Lagers nach dem bekannten Projekt zeugt: ein Drittel töten, das andere Drittel umsiedeln und ein Drittel zum Katholizismus bekehren“, zitiert RTRS Worte des Präsidenten der Republik Srpska, Milorad Dodik.

 

Serbiens Premierminister Alexandar Vučić sagte laut dem TV-Sender, dass in der politischen Szene des heutigen Kroatiens Elemente der Ustascha-Politik und eine Rückkehr zu den Ideen des Unabhängigen Staates Kroatien aus der Geschichte zu beobachten seien.

 

„Bei ihnen sind an allem die Serben schuld. Donja Gradina ist einer von tausenden Leidensorten unseres Volkes, bis heute ist die genaue Zahl der Opfer unbekannt. Es ist Aufgabe der Strukturen Serbiens und der Republik Srpska zu konkretisieren, wie viele Serben in Jasenovac ermordet wurden“, betonte der serbische Regierungschef.

 

Donja Gradina liegt jenseits des Flusses Save, etwas entfernt von dem sich im kroatischen Slawonien befindenden Hauptteil des Konzentrationslagers Jasenovac, das 210 Quadratkilometer eingenommen hatte. Es diente den kroatischen Ustascha-Faschisten als Vernichtungsort für festgenommene Serben, Juden und Roma aus dem Territorium  des Unabhängigen Staates Kroatien (1941-1945). Die Gedenkveranstaltungen, zu denen am Freitagabend Spitzenpolitiker, führende Geistliche der Serbischen Orthodoxen Kirche in Belgrad und Banja Luka zusammengekommen waren, seien dem 75. Jahrestag des Genozids in Jasenovac gewidmet gewesen, berichtet der Sender RTRS.

 

Der Unabhängige Staat Kroatien befand sich auf dem Territorium, wo heute Kroatien sowie Bosnien und Herzegowina liegen. Er existiert seit 1945 nicht mehr. Das Todeslagersystem Jasenovac wurden von den kroatischen Ustascha-Faschisten im August 1941 für die Serben, Juden, Roma und Andersdenkende eingerichtet. Hier wurden die Menschen auf besonders grausame Weise vernichtet – erstochen, erschlagen, ertränkt, lebendigen Leibes begraben oder verbrannt. Zur Zahl der Opfer gibt es keine genauen Angaben. In unterschiedlichen Quellen stößt man auf Zahlen zwischen 50.000 und einer Million. Der Gedenkkomplex Jasenovac verfügt über Angaben zu 83.000 Opfern, die Häfte darunter — Frauen und Kinder.