Der politische Streit zwischen der Türkei und Österreich scheint zu eskalieren. Seit dem Putschversuch werfen sich Politiker beider Länder gegenseitig Verbalinjurien zu. Nun wurde der türkische Botschafter zurückbeordert.
 
Die seit Wochen angespannten Beziehungen zwischen der Türkei und Österreich haben einen neuen Negativ-Höhepunkt erreicht. Außenminister Mevlüt Cavusoglu berief nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Botschafter in Österreich zu «Beratungen» nach Ankara zurück, «um unsere Beziehungen genau zu prüfen». Cavusoglu kündigte zudem in den Beziehungen zu Österreich «weitere Maßnahmen» an.

 

Mit ein Grund für den Abzug des Botschafters soll unter anderem auch eine Schlagzeile auf Bildschirmen am Flughafen Wien-Schwechat sein, in der behauptet wurde, die Türkei würde Sex mit Kindern erlauben. Erst vor kurzem warf Cavusoglu Österreich vor, «die Hauptstadt (also das Zentrum) des radikalen Rassismus» zu sein. Von den Aussagen von Österreichs Bundeskanzler Christian Kern sei «eine hässlicher als die andere», so der Außenminister weiter.
 
Zudem warf der Außenminister Wien vor, die als terroristische Vereinigung verbotene kurdische PKK zu unterstützen. Österreich würde Terroristen unterstützen, zumal die Behörden in Wien eine Demonstration von Unterstützern der (auch in Österreich verbotenen) kurdischen Separatisten erlaubten. Allerdings machen sowohl Türken als auch Kurden Österreich zu einem «Spielplatz» ihrer politischen Auseinandersetzungen, was in der Bevölkerung kontrovers diskutiert wird.

 

Von Marco Maier