Ankara hat einen Militäreinsatz zur Befreiung der Stadt Dscharabulus im Nodes Syriens eingeleitet, damit die unweit der Stadt befindlichen kurdischen Formationen sie nicht bekommen, sagte der Sprecher der syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD), Abd Salam Ali.

 

„Dscharabulus liegt im Westen des Kantons Kobani, und unsere Einheiten sind nicht weit von der Stadt entfernt. Nach der Einnahme von Manbidsch (durch die Kurden – Anm. d. R.) war eine Offensive in diese Richtung geplant. Die Türkei ist in die Stadt vom Norden aus eingedrungen, damit die Kurden sie nicht bekommen“, so Ali.

 

„Die Türken sagen, dass dies eine Operation der internationalen Koalition ist. Das ist aber nicht wahr – unseren Angaben zufolge nimmt daran keinerlei Koalition teil.“

 

Zugleich vermutete er, dass der Einsatz mit Zustimmung von Damaskus und Teheran erfolgte, die ebenfalls nicht an der Stärkung der Kurden interessiert seien.

 

„Sollten die Türken die Stadt unter ihre Kontrolle bringen und mit den Kurden in Kontakt treten, schließe ich mögliche Zusammenstöße nicht aus“, warnte er.

 

Wie der Vorsitzende der Kurdenpartei PYD, Saleh Muslim, äußerte, werden sowohl Ankara als auch die Dschihadistenmiliz Daesh eine Niederlage erleiden.

 

„Ich denke, dass sie (die Türkei – Anm. d. R.) große Verluste erleiden wird. In den Krieg in Syrien einzutreten, ist ihre Entscheidung. Sie kann aber auf eigenes Verlangen nicht daraus aussteigen. Ankara wird – genau wie der IS – an der syrischen Front verlieren“, zitiert die kurdische Agentur ANF News den Parteichef.

 

Laut Muslim werden die demokratischen Kräfte Syriens und der Militärrat von Dscharabulus gegen die Türkei auftreten.

 

„Die Türkei hat in Syrien mittels Terroristen wie IS, Al-Nusra-Front und Sultan Murad gekämpft. Durch ihre direkte Einmischung in den Syrien-Krieg wird sie aber viel verlieren“, so Muslim.

 

Die türkische Armee hatte am frühen Mittwochmorgen mithilfe der Luftwaffe der US-geführten Koalition einen Militäreinsatz zur Befreiung der Stadt Dscharabulus begonnen. Nach Angaben der Agentur Anadolu beschossen die Kampfjets IS-Kämpfer.

 

Nach Angaben einer Militärquelle handelt es sich bei der Offensive nicht um eine türkische Bodenoperation. Ziel des Einsatzes sei es, einen Korridor für die Kräfte der gemäßigten Opposition zu schaffen, die Sicherheit der Grenze zu gewährleisten und die territoriale Integrität Syriens sicherzustellen.