Die neue europaweite Initiative „Let’s fly to Europe“ hat einen leichteren Zugang von Flüchtlingen zu Flugtickets in Richtung Europa gefordert, damit diese nicht mehr den teuren und lebensgefährlichen Weg mit Booten über das Mittelmeer nehmen müssen.

 

Im Detail fordern die Initiatoren die Abschaffung oder Änderung der EU-Richtlinie 2001/51/EG. Diese verbietet Asylsuchenden zwar nicht, ein Ticket zu kaufen, die Fluggesellschaften haften allerdings, wenn Passagiere im Zielland kein Asyl erhalten. Das Unternehmen muß dann für Unterkunft und Verpflegung aufkommen, den Rücktransport organisieren und finanzieren sowie eine Strafe zahlen.

 

„Das kann hochgehen bis 50.000 Euro pro Flüchtling. Und aus diesem Grund verwehren die Flugunternehmen den Flüchtlingen den Weg nach Europa“, sagte Markus Jaggo, Sprecher der Initiative, dem Deutschlandfunk. Stattdessen sollten Flüchtlinge die Möglichkeit erhalten, „ein ganz normales Flugticket zu kaufen, an Bord eines Flugzeugs zu steigen und dann wird in den Nationalstaaten das Asylverfahren geprüft.“

 

Die Initiative, zu deren Gründern auch zwei Deutsche gehören, sucht derzeit nach Unterstützern. Wenn sie es schafft, online eine Million Unterschriften zu sammeln, kann sie ihr Anliegen der europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament vorstellen. Die Bedingung, dass eine Bürgerinitiative Mitglieder aus sieben Ländern vorweisen muß, um im EU-Parlament angehört zu werden, hat „Let’s fly to Europe“ bereits erfüllt und sich in Brüssel registriert.