Die deutschen Medien feiern den Komplett-Ausschuss der russischen Athleten von den Paralympics in Rio de Janeiro als „Zeichen des Mutes“ des IPC und eine Ohrfeige für das IOC.

 

„Die Entscheidung, Russland von den Paralympics auszuschließen, ist gut für den Sport”, heißt es in einem FAZ-Bericht. Die Tür zu einem solchen Weg hätte auch Bach und dem IOC offen gestanden. „Er zog es aber vor, sich durch den Hinterausgang davonzustehlen”, urteilt die Zeitung.

 

„Der Witz des Tages kam aus Moskau. Wenn das Zitat von Sportminister Witali Mutko, wonach es ʻkeinen Grundʼ für den Ausschluss der russischen Sportler von den Paralmypics gegeben habe, richtig überliefert ist, dann spricht daraus nichts als Hohn. Für jeden, der noch daran glaubt, dass Sport etwas mit Fairplay zu tun haben soll. Und letztlich für die Sportler selbst”, schreibt Christian Kamp in der FAZ.

 

 

Dabei ist allerdings unklar, warum Kamp die Worte des russischen Ministers so interpretiert. Der Ausschuss des russischen Teams von den Paralympics basiert doch auf dem sogennanten McLaren-Report, der keine konkreten Beweise für die vermutlichen Verstöße der russischen Mannschaft vorlegen konnte.

 

Die „Zeit“ hat hierzu einen Kommentar unter dem Titel „Das IOC ist blamiert“ veröffentlicht, in dem sie die Entscheidung des IPC als „richtig und rechtens“ bezeichnet. Thomas Bach und das IOC hätten nicht den Mut gehabt, Doping-Täter zu bestrafen, meint in der „Zeit“ Oliver Fritsch.

 

Das IPC hat aber nicht die echten „Betrüger“ bestraft, sondern das ganze Team, obwohl keiner der im McLaren-Bericht erwähnten Athleten Teil der Mannschaft von Rio war, was das nationale Paralympische Komitee Russlands bestätigte.

 

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung hat ihrerseits das CAS-Urteil zu den Paralympics als „Ohrfeige“ für Thomas Bach bezeichnet.

 

Auch die „Bild“-Zeitung konnte sich den Spott nicht entgehen lassen: Mit dem Titel „Gericht schmeißt Russen endgültig aus Rio raus“ feiert das Blatt die IPC-Entscheidung und lässt seine Schadenfreude ausspielen: „Zumindest der zweite Teil der Olympischen Spiele in Rio steigt ohne Russland! Wladimir Putins Behindertensportler dürfen in Rio nicht an den Start gehen“.

 

Das IPC hatte Anfang August alle russischen Athleten von den Paralympics in Rio ausgeschlossen. Zuvor hatten Ermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada das russische Sportministerium, die Anti-Doping-Labors in Moskau und Sotschi sowie den Inlandsgeheimdienst FSB beschuldigt, in ein staatlich gesteuertes Dopingprogramm russischer Athleten involviert zu sein. Die staatlichen Stellen sollen Proben manipuliert haben, um gedopte russische Athleten zu schützen, heißt es in dem WADA-Bericht.

 
Russische Sportfunktionäre bestritten dies. Dennoch ließ der internationale Sportgerichtshof CAS alle 68 russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro aussperren.

 

Quelle: Sputnik