Immer mehr Menschen aus der Türkei suchen hierzulande Asyl. 90 Prozent von ihnen sind Kurden. Gleichzeitig sinkt die Anerkennungsquote.

 

Der Andrang türkischer Flüchtlinge nimmt in Deutschland weiter zu. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat von Januar bis Juli bereits mehr Anträge von Türken auf Asyl registriert als im ganzen Jahr zuvor. Bei den meisten Flüchtlingen handelt es sich um Kurden. In den ersten sieben Monaten hätten 2.279 Türken Asyl beantragt, teilte das Bamf auf Anfrage des Tagesspiegels mit. 2015 hatte die Behörde insgesamt 1.767 türkische Asylsuchende registriert. Jetzt seien allein im Juli 525 Erstanträge gestellt worden, hieß es. Im Januar hatten sich lediglich 94 Türken beim Bamf gemeldet, im April waren es dann schon 272, im Juni 459.

 

Offen bleibt, ob die nun nochmals gestiegene Zahl im Juli auf den Mitte des Monats gescheiterten Putsch in der Türkei und die folgende, massive Repression des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan zurückzuführen ist. Der zeitliche Abstand zum Putschversuch sei noch zu gering, um einen Bezug zum Anstieg herstellen zu können, sagte ein Sprecher. Außerdem gebe es keine Statistik zu Fluchtgründen.