Der Menschenrechtler Illarion Girss aus Lettland hat Russland wegen politischer Verfolgung in seiner Heimat um Asyl ersucht, wie das Internetportal „Delfi“ am Mittwoch mitteilte.

 

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Girss, Leiter von „Russkaja Sarja“ (Russische Morgenröte), einer politischen Organisation, gab als Grund an, er werde in Lettland wegen seiner politischen Tätigkeit verfolgt.

 

„Russkaja Sarja“ setzt sich für die Gleichberechtigung der russischen Sprache in Lettland sowie für die Rechte der sogenannten „Nichtbürger“ ein — Menschen, die weder die lettische noch eine andere Staatsbürgerschaft besitzen.

 

„In Lettland, dessen Staatsangehöriger ich bin, werde ich wegen meiner politischen Anschauung und Tätigkeit verfolgt. Lettland ist meine kleine, und Russland meine große Heimat, darum ist die Wahl offensichtlich“, so Girss.

 

Ihm zufolge wolle man ihm den Asylstatus in drei bis sechs Monaten zuerkennen.

 

Girss sei im Frühling 2016 nach Russland umgezogen, so das Portal.

 

In Lettland seien gegen ihn „drei politisch motivierte Strafverfahren“ eingeleitet worden. Am 6. September soll eine erste Gerichtssitzung stattfinden.

 

„Ich habe alles getan, was ich konnte, mich gibt es in Lettland nicht mehr“, sagte Girss.

 

Auf seine Ansichten wolle er aber nicht verzichten.