Der US-Beschluss über die Stationierung von Raketenabwehr-Elementen in Südkorea spitzt die Lage in der Region nur weiter zu und geht über den Rahmen der Aufgabe zur Zügelung Nordkoreas hinaus. Das sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag.

 

„Unserer Ansicht zufolge ist die Entscheidung von Washingtons und Seoul, im Süden Koreas ein US-amerikanisches Raketenabwehrsystem zu stationieren, natürlich ein zusätzlicher erschwerender Moment. Wir gehen davon aus, dass die Verwendung dieser Komplexe in Südkorea über den Rahmen der Aufgabe zur Eindämmung der sogenannten nordkoreanischen Gefahr hinausgeht“, so Sacharowa.

 

Russland habe keinen Zweifel daran, dass die USA mit Unterstützung ihrer Verbündeten das Potential des asiatisch-pazifischen Segments des globalen Raketenabwehrsystems weiter verstärken. Dies wird laut der Sprecherin unbedingt zur Verletzung des geltenden strategischen Gleichgewichtes und einer weiteren Zuspitzung der Lage auf der Korea-Halbinsel und in der ganzen Region führen.

 

„Russland hat alle in die Regelung des Korea-Konfliktes verwickelten Parteien wiederholt zur Zurückhaltung, vor allem im militärischen Bereich, aufgerufen“, fügte sie hinzu.

 

Am 8. Juli hatten Seoul und Washington mitgeteilt, dass sie die Stationierung des amerikanischen Raketenschilds THAAD in Südkorea als „Verteidigungsmaßnahme“ zum Schutz der Republik Korea und seiner Bürger sowie der Streitkräfte der Allianz vor den Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen Nordkoreas vereinbart hätten. Die nordkoreanischen Behörden hatten daraufhin gewarnt, mit einer „Gegenaktion“ zu reagieren. Seoul drohte seinerseits, mit einer „starken Vergeltung“ zu antworten, sollte Nordkorea auf die Pläne zur Stationierung der US-amerikanischen Raketenabwehrsysteme THAAD weiterhin mit der Androhung „physischer Gegenmaßnahmen“ reagieren.

 

Die THAAD-Raketen sollen Ende 2017 in Betrieb gehen. Ihre Reichweite beläuft sich auf etwa 200 Kilometer.

 

Die Situation auf der koreanischen Halbinsel hatte sich nach dem von Nordkorea am 6. Januar durchgeführten Atombombentest zugespitzt. Am 7. Februar folgte dann der Start einer Trägerrakete mit einem Satelliten in den erdnahen Raum. Der UN-Sicherheitsrat reagierte mit der einstimmigen Verabschiedung einer Resolution über die Verschärfung der Sanktionen gegen das Land. Pjöngjang rechtfertigte sein Vorgehen damit, auf Aggression seitens der USA reagieren zu müssen.

Quelle: Sputniknews