Für die abgesetzten Paralympiker in Paralympics-2016 in Rio werden eigene Wettkämpfe in Russland stattfinden. Dies verkündete der russische Präsident Wladimir Putin.

 

312274503

 

 

«Ich möchte unseren Paralympioniken folgendes sagen: Natürlich werden wir sie unterstützen. Wir werden speziell für sie die Wettbewerbe organisieren, wo sie alle Ihre Fähigkeiten zeigen können werden. Die Belohnungen für die Gewinner werden die gleichen sein, wie es nach den Ergebnissen der Paralympischen Spielen sein würde», sagte Präsident.

 

Die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees, unsere Athleten aus dem Wettbewerb in Brasilien auszusetzen, nannte der Staatschef als Beweis von Antihumanismus und betonte, dass die Politik sich in Angelegenheiten der Sport gemischt hat.

 

„Die Entscheidung über die Disqualifizierung unserer Paralympiker liegt außerhalb von Recht und Moral“, sagte Putin am Donnerstag im Kreml bei einem festlichen Empfang für die russischen Medaillenträger der Olympischen Spiele von Rio. „Es ist einfach zynisch, an denjenigen seine Bosheit auszulassen, für die der Sport zum Sinn des ganzen Lebens geworden ist, die am eigenen Beispiel Millionen von Behinderten Hoffnung und Selbstvertrauen geben.“

 

Putin kritisierte die Einmischung der Politik in den Sport.

 

„Vor unseren Augen hat die Politik die humanistischen Grundlagen von Sport und Olympismus auf dreiste Weise niedergetreten… Eigennutz und Feigheit haben über die olympischen Prinzipien die Oberhand gewonnen“, so Putin weiter.

 

Die Regierung werde für die gesperrten Paralympiker im Inland Wettkämpfe organisieren, versprach der Kremlchef. Zugleich kündigte er einen härteren Kampf gegen das Doping an: „Wir werden die russischen Anti-Doping-Strukturen verbessern, und zwar transparent und unter Beteiligung internationaler Spezialisten.“ Das IPC hatte Anfang August alle russischen Athleten von den Paralympics in Rio ausgeschlossen.

 

Zuvor hatten die Ermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada das russische Sportministerium, die Anti-Doping-Labors in Moskau und Sotschi sowie den Inlandsgeheimdienst FSB beschuldigt, in ein staatlich gesteuertes Dopingprogramm russischer Athleten involviert zu sein. Die staatlichen Stellen sollen mit Proben manipuliert haben, um gedopte russische Athleten zu schützen, hieß es in dem WADA-Bericht.

 

Russische Beamte bestritten das. Dennoch ließ der internationale Sportgerichtshof CAS alle 68 russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro aussperren.
Das Internationale Olympia-Komitee sah von einem Komplett-Ausschluss der russischen Auswahl ab. Über das Startrecht einzelner Athleten entschieden ihre jeweiligen Weltverbände. Sportler, die bereits früher wegen Doping gesperrt gewesen waren, durften in Rio nicht starten. Bei den Olympischen Spielen in Rio, die am Sonntag zu Ende gingen, erkämpfte die geschrumpfte russische Mannschaft insgesamt 56 Medaillen, darunter 19 Gold und landete im Medaillenspiegel auf Platz vier vor Deutschland.