Die aktuellen Konflikte zwischen Berlin und Moskau dürfen sich nicht in eine völlige Entfremdung zwischen den Völkern verwandeln, wie der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier für das Online-Portal „Vorwärts“ schreibt. Nur ein intensiver Dialog könne dem entgegenwirken.

 

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Von einem „Zeitalter des Friedens“ seien die europäischen Länder derzeit weit entfernt. Ein „tiefer Riss“ ziehe sich durch den Kontinenten. Dauerhafte Sicherheit in Europa könne jedoch nur durch eine Zusammenarbeit mit Russland erreicht werden, heißt es in Steinmeiers Beitrag.

 

„Nur wenn wir die Gräben, die uns trennen, klar und ehrlich benennen, haben wir die Möglichkeit, sie zu überwinden. Wir brauchen also den Doppelten Dialog: den Dialog über Trennbares und über Gemeinsames“, fordert Steinmeier.

 

Wenn sich Deutschland nicht weiter um ein besseres Verhältnis zu Russland bemühe, dann werde das kein anderer Staat tun. Die Bundesrepublik dürfe sich zudem nicht denjenigen unterwerfen, die das deutsche außenpolitische  Engagement verachten und als „Russland-Versteher“ verunglimpfen wollten:

 

„Wo kommen wir in der Außenpolitik hin, wenn das Verstehen-Wollen zu einem Schimpfwort wird?“

 

Europa dürfe sich zudem nicht in einer „endlosen Spirale der Eskalation“ verlieren. Man müsse einen Dialog auch deswegen schaffen, um einerseits das Risiko von militärischen Missverständnissen zu senken und andererseits die Vertrauensbildung zu fördern.

 

„Unsere Verantwortung für den Frieden in Europa ist untrennbar verbunden mit der Verantwortung für die deutsch-russischen Beziehungen. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass einer Geschichte der Extreme nicht eine Zukunft der Extreme folgt“, schließt der Außenminister.