Die Idee von Nichtregierungsorganisationen mag vielleicht klug und sinnvoll erscheinen. Sie sollen über Menschenrechtsverletzungen und Missstände seriös aufklären und losgelöst von Regierungen arbeiten. Oftmals bedienen sie aber nur die Interessen der westlichen Staatengemeinschaft und sind eine angesehene Quelle für die voreingenommene westliche Berichterstattung. In der Ostukraine haben Amnesty International (AI) und Human Rights Watch (HRW) wieder mal den Vogel abgeschossen.

 

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Ende 2015 berichtete Contra Magazin über den Hintergrund von AI, nachdem sich dieser durch Spenden finanzierte Verein sich durch ihre einseitige Berichterstattung im Syrien-Konflikt sich als Hüter der Menschenrechte aufspielte. Um so weniger überraschend ist es nun, dass sie ähnliche Berichte zusammen mit Human Rights Watch über die Ostukraine machen. Schließlich geht es gegen Russland, wo man für deutsche sowie angelsächsische Medien wieder mal einen frisierten Bericht vorlegt, der dann Grundlage für einen weiteren Bericht in Sachen Anti-Russland-Agenda dienen soll.

 


 
Man kann sich schon fast denken, dass dieser Bericht dazu dient die Regierungen der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk zu diskreditieren und rechtsextreme Söldner als notwendige „Selbstverteidigungskräfte“ feiert. Und genauso ist es, wobei selbst die Folterberichte des UN-Menschenrechtsrates (UNHRC) sowie die Berichte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eher keine Rolle spielen. Warum sie keine Rolle spielen? Ganz einfach: Sie passen nicht in das Bild, was solche Organisationen für die westlichen Medien zeichnen sollen.
 

Auch die Tatsache, dass die Zivilbevölkerung im Donbass fast täglich Bombenangriffe der ukrainischen Artillerie ertragen muss, wird in solchen Berichten nicht erwähnt. Es ist sogar für russische Medien schon schwierig geworden, solche Attacken zu zählen, aber immerhin berichten die Reporter aus Russland und der Ostukraine über solche Angriffe und riskieren dabei ihr Leben. Zwar ist der Bericht im Ergebnis zum Schluss gekommen, dass die Kämpfe aufhören sollen. Allerdings sieht man wieder mal die Rebellen im Donbass als die treibende Kraft im Konflikt und die Tatsache, dass die Kiewer Regierung bereits bei ihrem Antritt im Mai 2015 begann das eigene Volk zu bombardieren, scheint mal wieder irgendwie egal zu sein.

 


 
Und was die Folter in der Ukraine betrifft, so bestreiten beide Organisationen zwar nicht, dass auch die ukrainische Regierung solche Praktiken ausübt, nachdem solche Vorwürfe in diesem Sommer immer lauter geworden sind. Aber um der Schadensbegrenzung Willen, beschuldigt man auch gleich die andere Seite. Fast schon wie eine Reaktion auf die immer deutlich werdende Kritik gegen die Kiewer Regierung, die durch einen Putsch an die Macht gekommen ist.

 
Egal ob wir nun die Ukraine oder Syrien als Beispiel nehmen, um die Einseitigkeit der Berichte dieser NGOs festzustellen. Das methodische Muster ist fast immer identisch: Man fängt erst an Krankenhäuser, Folteropfer oder andere Greueltaten zu zählen, wenn die Freunde des Westen überführt werden. Natürlich versucht man diese Taten dann dadurch zu relativieren, indem man zahlreiche Berichte über die Menschenrechtsverletzungen verfasst, die von Russland oder ihren Verbündeten verübt worden sein sollen. Die Aufmachung solcher Berichte ist bekannt: Kinderbilder oder plakative Zitate sollen dann die Märchen der westlichen Leitpresse untermauern.
 
Von Christian Lehmann