Die Migrationspolitik der deutschen Bundeskanzlerin ist „unverantwortlich“ und Österreich ist nicht das „Wartezimmer für Deutschland“, wie der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) gegenüber der Presse sagte.

 

Das Merkel-Motto „Wir schaffen das“ zur Migrationskrise hätte die Migranten lediglich dazu ermuntert, erst nach Europa zu kommen. Das sei ein „fatales Signal“. Doskozil zufolge sollte man stattdessen auf das mit Flüchtlingen überfüllte Italien schauen, das man mit dem Migrantenzustrom allein gelassen habe.

 

„Wenn mitten in Mailand Zelte für Flüchtlinge aufgestellt werden müssen, kann doch keiner wirklich behaupten, dass wir diesen Zustrom in vernünftiger Weise bewältigen“, sagte Doskozil gegenüber der „Kronen Zeitung“.

 

Für ihn sei es kein Geheimnis, warum aus den Ereignissen von 2015 keine Lehre gezogen würde. Er rief dazu auf, möglichst bald einen „Rückführungs-Gipfel auf europäischer Ebene“ einzuberufen, um letztlich Wege zu finden, die Migranten in ihre Herkunftsländer zurückzuführen.

 

„Es ist keine Politik, wenn Europa hier in Agonie verharrt und den Kopf in den Sand steckt“, sagte Doskozil.

 

Laut der Kronen-Zeitung gaben Experten der österreichischen Verteidigungsbehörde an, dass seit Jahresbeginn die Ankunft von über 100.000 Migranten registriert worden sei. Die größte Gruppe komme dabei nicht aus Syrien, sondern aus Nigeria, Eritrea, Gambia, Côte d’Ivoire, Sudan und Guinea.

 

Europa erlebt gegenwärtig die größte Migrationskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, ausgelöst vor allem durch mehrere bewaffnete Konflikte und die Wirtschaftsprobleme in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vom vergangenen Dienstag sollen seit Jahresbeginn über das Mittelmeer bereits 263.000 Flüchtlinge in Europa eingetroffen sein, darunter mehr als 160.000 in Griechenland und mehr als 100.000 in Italien.