Rene Reiman – deutscher Unternehmer, Familienvater und „Otto Normalbürger“, wie er sich selbst bezeichnet – hat vor einigen Monaten eine Petition zu einem „Nichtangriffspakt mit Russland“ veröffentlicht und sowie Initiative zum Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik und die Eingliederung in die Russische Föderation gestartet. Was steckt dahinter?

 

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Ziel dieser und auch folgender Bittschriften sei es gewesen, Reaktionen und Diskussionen über das politische und gesellschaftliche Verhältnis zwischen Deutschland und Russland zu provozieren, so der Geschäftsmann in einem Exklusiv-Interivew für Sputnik.

 

„Ich wollte wissen, wie die deutschen Bürger auf dieses Engagement reagieren würden und wie viele sich für die Petition interessieren. Wie stehen die Deutschen zu Russland, wie zu Putin? Wie hat sich die negative mediale Propaganda gegenüber Russland bei uns Deutschen ausgewirkt? Ist die Masse der deutschen Bevölkerung schon medial manipuliert oder nicht?“, erläuterte Reimann.

 

Für den Nichtangriffspakt haben rund 14.000 deutsche Bürger ihre Stimme abgegeben. Aus der deutschen Politikszene gab es allerdings kaum Reaktionen.  Einzig Dr. Rainer Fromme (deutscher Politikwissenschaftler und Fernsehjournalist, Schwerpunkt Rechtsextremismus – Anm. d. Redaktion) bat um einen Drehtermin für ein Interview“, erzählt der Unternehmer.Das Gespräch sei bei dem Telefonat auf Augenhöhe erfolgt. Ob Cutter aber dann aus ihm „einen Reichsbürger oder Putinanhänger“ machen, sei noch unklar, fügt Reimann hinzu.

 

Trotz der geschichtlichen Ereignisse interessiere sich heute aber kaum jemand für die wirklichen Hintergründe der aktuellen Zerwürfnisse zwischen dem Westen und Russland, stellt er fest.

 

„Es ist kaum zu fassen, wie gleichgültig unsere Bevölkerung die ganzen Geschehnisse hinnimmt oder sich gar nicht dafür interessiert.“

Er sei „zwar nur ein Einzelkämpfer“, denke aber im Falle einer großen Zustimmung zu dem Petitionsanliegen doch in der Lage zu sein, auf entsprechende Netzwerke zugehen zu können und um Unterstützung zu bitten.

 

Er könne sich deshalb die Passivität anderer Bürger nicht erklären:

 

„Russland ist ein heißes Eisen. Ist es vielleicht nicht ‘sexy‘ genug? Was ist aus unserer Gesellschaft geworden?“, fragt sich der Unternehmer.

 

„Enttäuscht und verdrossen von der deutschen Russlandpolitik“ habe er zunächst  eine Bittschrift bezüglich der Eingliederung ganz Deutschlands in die Russische Föderation erstellt. Schließlich habe er dann aber kürzlich eine Petition mit dem Titel „Bürgerreferendum zur Eingliederung des Freistaates Sachsen in die Russische Föderation“ auf den Seiten change.org und Openpetition.de veröffentlicht.

 

Die Pegida-Bewegung, die in Sachsen besonders stark in Szene tritt, habe bei der Auswahl Sachsens für die Petition keine Rolle gespielt, beteuert Reimann. Von ausschlaggebender Bedeutung sei, dass dieses Bundesland „wohl am ehesten eine Zuneigung zu Russland“ empfinde, dies mutiger öffentlich zum Ausdruck bringen und mehrheitlich bessere Kenntnisse über den Charakter der russischen Bevölkerung aufweisen würde.

 

Über das Gründungsprojekt „Pro Putin Partei“, in dessen Namen die Petitionen veröffentlicht wurden, erzählt Reimann Folgendes: „Es war nicht meine Absicht, das Parteiprojekt in Gänze zum Erfolg zu führen, da mir der Umstand meines Zeitmangels und die mir fehlenden Kenntnisse ja schon vorher bekannt waren. Mein Ziel war und ist es, das Projekt nur anzustoßen und dann an dafür geeignete Fachleute zu übergeben, die sich mit der Ausrichtung identifizieren können und in Sachen Erfahrung, Wissen und Willen auftrumpfen können.“

 

Zu den außenpolitischen Zielen einer solchen Partei („Mein Engagement oder meinetwegen auch mein Hirngespinst“, lacht Reimann) würden eine Weigerung Deutschlands, sich weiterhin an Nato-Kriegen zu beteiligen, der Austritt aus der Nato sowie das Verbot von Waffenlieferungen an bestimmte Regime und dessen Partner gehören.

 

Das Parteiprogramm würde besonderen Wert auf die Beendigung der Sanktionen gegen Russland, Syrien und alle anderen betroffenen Länder, die Normalisierung der deutsch-russischen Beziehungen, die Förderung der Völkerverständigung und die Anerkennung der Krim als russisch legen.

 

In der heutigen politischen Situation, angesichts der Globalisierung und der US-Vormachtansprüche sollte auch ein Beitritt Deutschlands zu den BRICS-Staaten, der SOZ (Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, der aktuell die Volksrepublik China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan angehören – Anm. d. Red.) und dem von Russland geführten Militärbündnis OVKS erwägt werden. „Bei einer normalisierten bzw. einer guten russisch-deutschen Beziehungssituation könnten wir alles zusammen schaffen!“ behauptet der Petent.

 

Er ist sich darüber im Klaren, dass die politischen Realitäten in Deutschland maßgeblich davon abhängen, wer im Weißen Haus in Washington sitzt: „Im Geheimen hege ich Hoffnung auf die Präsidentschaft von Trump und seine angedeuteten politischen Ziele und Versprechungen. Aber Obama versprach uns ja auch viel“, schließt Reimann.