Deutschland hat Migranten nach Europa eingeladen, nun darf es aus Sicht des tschechischen Präsidenten Miloš Zeman die Verantwortung dafür nicht auf Schultern anderer Länder übertragen. Dies teilte Zemans Sprecher Jiri Ovcacek mit.

 

„Tschechiens Präsident äußerte die Ansicht, nur weil Deutschland die illegalen Migranten eingeladen hat, kann es die Verantwortung dafür nicht einfach in Form von Flüchtlingsquoten auf andere Länder abwälzen, die sie nicht eingeladen haben“, sagte Ovcacek im Anschluss an das Treffen zwischen Zeman und der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die zu einer eintägigen Dienstreise nach Prag kam.

 

Zuvor hatte bereits der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka bei den Verhandlungen mit Merkel die Unzulässigkeit von Zwangsquoten betont. Merkel gab ihrerseits bekannt, dass das Problem der Flüchtlingsquoten praktisch das einzige gewesen sei, zu dem Prag und Berlin unterschiedliche Sichtweisen vertreten. Bei allen anderen politischen Fragen seien sich die beiden Länder einig gewesen.

 

Neben Migration stand auch die Situation in der EU nach dem Brexit, der Schutz der EU-Außengrenzen sowie die Vorbereitung zu dem bevorstehenden EU-Gipfel in Bratislava im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Merkel und den tschechischen Spitzenpolitikern. Am selben Tag gab es in verschiedenen Stadtteilen Prags Demonstrationen für und gegen Merkel.

 

Laut den Ergebnissen der jüngsten Umfrage steht die Bundeskanzlerin mit 18 Prozent ganz unten in der Beliebtheitsskala ausländischer Politiker. Die Befragten werfen Merkel vor allem vor, dass sie Hunderttausende illegale Migranten nach Europa eingeladen hatte.

Quelle: Sputniknews