Der Westen und der US-Präsident hätten gegenüber Russland Fehler gemacht, meint Gregor Gysi. Man dürfe Putin nicht sagen, Russland sei eine Regionalmacht. Er sei eben der Typ «Tigerringer», wie der Ex-Partei- und Fraktionsvorsitzende der Linken, Gregor Gysi, gegenüber „Der Welt“ sagte.

 

Gysi-Putin

 

Der Westen missachtete demnach ständig die russischen Interessen. Zu den schwerwiegendsten Fehlern gehörten die Nato-Bombardements im ehemaligen Jugoslawien, die Stationierung amerikanischer Raketen in Polen und Tschechien, die angestrebte Aufnahme der Ukraine in das Militärbündnis sowie die verhängten Sanktionen nach dem Beitritt der Halbinsel Krim zu Russland.

 

„Nach der völkerrechtswidrigen Trennung des Kosovo gab es übrigens keine Sanktionen gegen uns im Westen“, sagte Gysi dazu.

 

Letztlich hätten die Sanktionen allerdings auch stärker den Westen als Russland getroffen. Der russische Präsident Wladimir Putin unternehme alles, um die Folgen der Sanktionen abzuschwächen. Als Beispiel dafür seien die erneut verbesserten Beziehungen mit der Türkei zu nennen. Außerdem habe sich Russland alternative Märkte in Asien und Lateinamerika erschlossen.

 

Gysi zufolge war es der Fehler des amerikanischen Staatschefs, Russland als Regionalmacht zu bezeichnen.

 

„Putin ist der Typ Tigerringer. Du darfst diesem Typ so etwas nicht sagen“, wird der Ex-Fraktionschef der Linkspartei in Der Welt zitiert.

 

„Die Chemie zwischen Putin und Obama“ stimme nicht, und trotzdem bewies der russische Präsident den USA, dass Russland – beispielsweise in Syrien – eben doch eine Weltmacht sei.

 

Gregor Gysi betonte abschließend, dass die Interessen der Türkei, der USA, Saudi-Arabiens, des Irans und Russlands berücksichtigt werden sollten, um endlich  Frieden in Syrien zu erreichen. Dafür aber müsse ein Kompromiss zwischen Russland und den USA erreicht werden.