Lettische Sicherheitspolizisten haben mehrere Airsoft-Spieler verprügelt, deren Kleidung die Militäruniform der russischen Armee nachahmte, wie das Nachrichtenportal Lenta.ru unter Berufung auf den Rundfunksender Radiobaltikum meldete.

 

Das Spiel fand am Sonntag nahe dem lettischen Dorf Ozolnieki, etwa 30 Kilometer südwestlich von Riga statt. An dem Spiel nahmen vier Teams teil, von denen drei Nato-Militäruniformen und die Mannschaft „Vostok» Nachahmungen von Militäruniformen der russischen Armee trugen.

 

„Plötzlich kamen zwei Kleinbusse mit  Soldaten einer Sondereinheit der lettischen Sicherheitspolizei angefahren», sagte Sergej Roslikow, einer der Teilnehmer.  Die Sicherheitspolizisten hätten offensichtlich schon vorher von der Veranstaltung gewusst und ihre Handlungen geplant, sagte er. „Sie stellten sich zuerst überhaupt nicht vor, sie drangen einfach ein und befahlen uns, uns auf den Boden zu legen.  Sie banden uns die Augen zu. Wir konnten anfangs nicht verstehen, wer und was und wie viele es sind.»

 

Die Sicherheitspolizisten  hätten alle Spieler angegriffen und sie verprügelt.  Dabei hätten sie Elektroschocker eingesetzt.

 

„Am Schlimmsten hatte es den Kommandeur des Teams ‚ Vostok ‘ getroffen. Am Ende schlug man ihn demonstrativ, wobei er gleichzeitig vernommen wurde», erzählte Roslikow.  „Das ist selbstverständlich viel zu viel. Deshalb haben wir auch protestiert», sagte Roslikow.

 

Wenn jemand komme, um Personaldokumente zu prüfen und zu verstehen, was eigentlich vor sich gehe, sei  das normal. Eine ganz andere Sache sei es, wenn man sich die Leute einen nach dem anderen vornehme, sie schlage und mit einem Elektroschocker foltere.

 

Die Sicherheitspolizisten hätten  sich dabei auf Klagen von Ortsbewohnern berufen, die ihnen angeblich mitgeteilt  hätten, dass bewaffnete Unbekannte in der Nähe ein Training durchführen würden.

 

„Erst am Ende haben sie uns gesagt, dass sie uns beobachten werden. Wenn wir uns noch einmal versammeln würden, würden sie wieder  kommen», so Roslikow.  Außerdem hätten die Polizisten es  den Spielern verboten, russischen Militäruniformen ähnelnde Kleidung bei dem Spiel zu benutzen. „Sie wussten ganz gut, das es  bloß ein Spiel ist. Airsoft gibt es in Lettland bereits seit mehr als zehn Jahren. Die Mitarbeiter der Sicherheitspolizei  überwachen das (diese Sportart — Anm. d. Red.).»

 

Die Betroffenen wollen sich gegen die Handlungen der Sicherheitspolizei  bei der Staatsanwaltschaft beschweren.

 

Die lettische Sicherheitspolizei sagte ihrerseits gegenüber dem Rundfunksender, ihre Mitarbeiter  hätten Informationen über den Aufenthalt einer ausländischen bewaffneten Gruppierung  in der Nähe  von Ozolnieki  überprüft. Dabei seien 26 Personen befragt worden. Die Überprüfung habe ergeben, dass die Menschen, die in der Nähe  von Ozolnieki trainiert hätten, der sogenannten Airsoft-Bewegung  angehörten. Viele  von  ihnen hätten Softair-Waffen bei sich gehabt, die ihrem Äußeren nach richtigen Schusswaffen identisch seien, so die Behörde.

 

Die Veranstaltung von Airsoft-Spielen bedürfe einer  besseren Reglementierung, so die lettische Sicherheitspolizei.  Solche Spiele würden faktisch als taktische Militärübungen benutzt, bei denen beispielsweise die Eroberung von Gebäuden und taktische Aufklärung geübt würden. Da es keinen effizienten Mechanismus gebe,  um das alles zu  kontrollieren,  werde auch das Risiko größer, dass an solchen Übungen auch Personen teilnehmen  könnten, die „illegale militärische Aktivitäten im Ausland unterstützen»  könnten.

 

Allerdings ließ die Sicherheitspolizei  die Frage unbeantwortet, ob die Mitarbeiter der Polizei tatsächlich Gewalt gegen die Airsoft-Spieler angewendet haben.

 

Quelle: Sputniknews