Laut einem UN-Bericht hat Syriens Machthaber Giftgas eingesetzt. Großbritannien und Frankreich werfen Assad nun „Kriegsverbrechen“ vor. Doch Russland liest den Bericht anders, schreibt FAZ

 

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Russland hat Zweifel an einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) angemeldet, in dem der syrischen Führung der Einsatz von Chemiewaffen gegen Zivilisten vorgeworfen wird. Es sei fraglich, ob die Ergebnisse herangezogen werden könnten, um Sanktionen gegen Syrien zu verhängen, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin am Dienstag. Er äußerte sich nach ersten Beratungen der UN-Vetomächte über Strafmaßnahmen gegen Syriens Machthaber Baschar Assad.

Es gebe „eine Menge offener Fragen“, daher sei Moskau derzeit nicht bereit, die Ergebnisse der Untersuchung anzuerkennen, sagte er nach einer Sitzung des Sicherheitsrats. Syriens UN-Botschafter Baschar Dschaafari erklärte, es gebe keine „materiellen Beweise“ für die Vorwürfe gegen die Regierungstruppen. Die Erkenntnisse beruhten ausschließlich auf Zeugenaussagen.

 

Großbritannien und Frankreich haben derweil UN-Sanktionen gegen die Regierung in Damaskus gefordert. Die Botschafter Matthew Rycroft und François Delattre warfen der syrischen Führung unter Präsident Baschar Assad am Dienstag „Kriegsverbrechen“ vor. Die Botschafter bezogen sich auf den in der vergangenen Woche veröffentlichten Bericht einer UN-Untersuchungskommission, in dem neun Fälle des Einsatzes chemischer Waffen untersucht und drei eindeutig der syrischen Armee zugeordnet wurden.