Die Operation „Euphrat-Schild“, die von der türkischen Armee im Norden Syriens gestartet wurde, hat die Spaltung der von den USA geleiteten internationalen Koalition ausgelöst, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

 

 

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Nach der ursprünglichen positiven Reaktion auf die Handlungen Ankaras forderte Washington ein Stopp der Offensive gegen die syrischen Kurden. Sie werden in der Türkei als Terroristen und in den USA als effektivste Kraft im Kampf gegen den IS angesehen.

 

Die nach außen hin demonstrierte Geschlossenheit der USA und der Türkei – der zwei wichtigsten Partner in der internationalen Antiterrorkoalition in Syrien – existierte weniger als eine Woche, nachdem die Türkei am 24. August die Operation „Euphrat-Schild“ gestartet hatte.

 

Bei seinem Besuch in Ankara hatte Vizepräsident Joe Biden der Türkei die Unterstützung für die Operation ausgesprochen, deren offizielles Ziel der Kampf gegen den „Islamischen Staat“ ist. Doch nach der Abreise Bidens musste Washington angesichts der andauernden Offensive der türkischen Armee gegen die syrischen Kurden und der damit verbundenen nicht geplanten Komplikationen seine Position revidieren. Gleich mehrere hochrangige Vertreter des Weißen Hauses sprachen von der Unannehmbarkeit der Situation, wenn ein Teilnehmer der von den USA geleiteten Koalition in Syrien einen anderen wichtigen Teilnehmer angreift.

 

„Weitere Handlungen gegen die Syrischen demokratischen Kräfte werden die Anstrengungen der einheitlichen Front gegen den Islamischen Staat nur erschweren, für deren Fortsetzung wir uns aussprechen“, sagte der stellvertretende Sicherheitsberater des US-Präsidenten, Ben Rhodes.

 

„Nicht abgestimmte Operationen und Manöver geben dem Islamischen Staat nur die Möglichkeit, die Angriffe gegen die Türkei, die USA und unsere Partner in der ganzen Welt fortzusetzen“, warnte Pentagon-Sprecher Peter Cook die Türkei und bezeichnete die aktuelle Lage als inakzeptabel.

 

Damit erkennt er im Grunde an, dass die USA nach Beginn der Operation „Euphrat-Schild“ die Kontrolle über die Kräfte ihrer Koalition in Syrien verlieren.

 

Die Konfliktteilnehmer übernehmen ohne Abstimmung mit Washington die Initiative und bringen zunehmend unkalkulierbare Risiken in das Vorgehen der Koalition ein.

 

„Dort kämpfen ohnehin zu viele verschiedene Kräfte. In diesem Zusammenhang rufen wir alle Teilnehmer des bewaffneten Kampfes dazu auf, einzuhalten und Maßnahmen zur Deeskalation zu treffen“, sagte Cook.