Kairo wirft dem zwischen der EU und der Türkei geschlossenen Flüchtlingsabkommen vor, einen Flüchtlingsansturm nach Ägypten verursacht zu haben, und fordert verstärkte Hilfen für die Bekämpfung der Krise, meldet das Portal EUobserver.

 

Wie der für internationale Organisationen zuständige Berater des ägyptischen Außenministers, Hisham Badr, mitteilte, halten sich in Ägypten rund fünf Millionen Migranten auf, 500 000 davon sind Syrer. Ihm zufolge erhalten die Behörden täglich bis zu 800 Asylanträge.

 

„Sie können doch sehen, was wegen des EU-Türkei-Flüchtlingsdeals geschehen ist“, sagte Badr vor EU-Abgeordneten.

 

Ihm zufolge kostet die Migrationskrise Ägypten bis zu 300 Millionen US-Dollar jährlich, während die von der EU gewährte Hilfe für deren Bewältigung nicht ausreicht.

 

„Wir erhalten unzureichende Hilfe. Ich will keine Beispiele mit eurem Nachbar anführen, der sechs Milliarden Hilfe bekommt“, sagte der Beamte, womit er die Türkei meinte.

 

Im Mai dieses Jahres wurden Befürchtungen zum Ausdruck gebracht, dass Ägypten ein neues Transitland für Flüchtlinge werden könnte.