Die Nichtregierungsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtet, dass ihr Rettungsschiff Dignity an einem Tag rund 3000 Menschen gerettet habe. Insgesamt sollen bislang etwa 11365 Menschen vor dem Ertrinkungstod gerettet worden sein, wie das Presseportal berichtet.

 

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Seit der Westen mit militärischen Interventionen und Farbrevolutionen vor allem Chaos und Unruhe in Afrika verbreitet hat, versuchen immer mehr Menschen den Kontinent in Richtung Europa zu verlassen, um ein besseres Leben in Europa zu beginnen. Die Tatsache, dass solch ein Vorhaben höchst riskant ist, hält Menschen nach wie vor nicht ab mit einem Schlauchboot das Mittelmeer zu durchqueren. Immer wieder wird von Toten im Mittelmeer berichtet, die beim Versuch das Europäische Festland zu erreichen ertrunken sind.
 
Nun sollen laut Ärtze ohne Grenzen etwa 3000 Menschen gerettet worden sein, die in 20 (!) Gummibooten in Seenot geraten sind. Als „einer der größten Rettungseinsätze“ seit Beginn der Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer vor einem Jahr berichtet das Portal der Organisation über die Aktion, die sich am 29 August ereignet haben soll. Zudem wird berichtet, dass bis zu 700 Personen auf einem Holzboot gleichzeitig untergebracht wurden. Über mangelnde medizinische Versorgung und ansteckende Krankheiten wird weiter berichtet. Derzeit befindet sich das Rettungsschiff in Richtung Italien, wo man nun 435 Flüchtlinge sicher an Land bringe.
 
Die Organisation forderte zudem die Europäische Union auf „sichere und legale Fluchtwege“ zu ermöglichen. Derzeit ist auch die Grenzschutzagentur Frontex im Mittelmeer unterwegs, wo man versucht, den Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer einzudämmen. Die Tatsache, dass sich trotz solcher großer Risiken sich immer noch Flüchtlinge aus diesen riskanten Weg nach Europa machte, zeigt unter anderem auch, dass die Operationen des Westens in Afrika alles andere als ein Erfolg sind, den man bislang unter anderem als „arabischer Frühling“ in den Medien breit zelebrierte.

 
Nachdem nun der Flüchtlingsstrom über die Balkanroute mehr und mehr eingeschränkt wird, scheint sich nun ein weiteres großes Flüchtlingsproblem hervorzudrängen. Lange war es relativ ruhig um die Flucht aus Afrika gewesen, doch nachdem es dort immer wieder zu Todesfällen durch Ertrinken kommt und sich Italien, was bislang die höchste Last an Flüchtlingen trägt, immer mehr im Stich gelassen fühlt, scheint ein zweites Flüchtlingschaos nahezu unaufhaltsam zu sein.

 

Von Christian Lehmann