Russland wird mit jedem beliebigen US-Präsidenten zusammenarbeiten, obwohl beide Kandidaten – Hillary Clinton sowie Donald Trump – vor den Wahlen nicht das beste Beispiel abgeben, wie der russische Präsident Wladimir Putin im Bloomberg-Interview sagte.

 

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US-Wahl: So finanzieren sich die US-Präsidentschaftskandidaten

 

„Sie ziehen doch alle beide eine Show ab, nur jeder auf seine Art. Ich denke, sie sind nicht das beste Beispiel“, so Putin. Außerdem sei es bedauerlich, dass beide Präsidentschaftskandidaten Russland in ihre gegenseitigen Attacken einbeziehen würden, sagte der russische Staatschef. Das Ausspielen der „anti-russischen Karte“ sei keine „weitsichtige Herangehensweise“.

Putin wies auch noch einmal die Anschuldigungen zurück, dass hinter den Hacker-Angriffen auf die US-Demokraten angeblich die russischen Behörden ständen. Weiter sprach er dann von den in den USA erklungenen Vorwürfen an die Demokraten-Kandidatin, dass das Außenministerium unter ihrer Führung einen Deal zum Erwerb von Uran-Aktiva in den USA durch ein russisches Unternehmen gebilligt habe, nachdem die an dem Geschäftsabschluss interessierten Investoren 145 Millionen Dollar an die Clinton-Stiftung überwiesen hätten.

 

„Heißt das etwa, dass wir in Wirklichkeit doch die Familie Clinton steuern? Das ist ja völliger Unsinn“, so der russische Staatschef.

 

Putin bezeichnete beide US-Präsidentschaftskandidaten grundsätzlich als „sehr kluge Menschen“, die gut wüssten, „auf welche Punkte man drücken muss“, um Stimmen zu bekommen. Die gegenseitigen Ausfälle sind seinen Worten zufolge nur „Teil der politischen Kultur der Vereinigten Staaten“.

„Ich möchte es mit einem Menschen zu tun haben, der verantwortungsvolle Entscheidungen treffen kann und die erzielten Vereinbarungen umsetzen wird. Der Name spielt dabei keine Rolle“, beschreibt Putin seinen „Wunschpräsidenten“. „Dieser Mensch muss das Vertrauen des amerikanischen Volkes genießen. Deshalb haben wir uns nie eingemischt, wir mischen uns nicht ein und werden uns auch nicht in innenpolitische Prozesse einmischen.“

 

Im Juli hatte die Enthüllungsplattform WikiLeaks mehr als 19.000 interne E-Mails der US-Demokraten veröffentlicht. Die Verantwortung hierfür hatte laut Medienberichten ein Hacker unter dem Nicknamen Guccifer 2.0 übernommen. Und obwohl diesbezügliche Ermittlungen des FBI noch im Gange sind, haben Vertreter der Demokratischen Partei, darunter auch US-Präsident Barack Obama, eine Verbindung der Hacker zu russischen Behörden nicht ausgeschlossen und erklärt, das könne dem US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump Vorteile bringen.

 

Das FBI hatte außerdem die Tatsache einer ausländischen Hacker-Attacke auf die Wähler-Datenbank von mindestens zwei Bundesstaaten – Arizona und Illinois – festgestellt. In Illinois sahen sich die Behörden deshalb im Juli genötigt, die Wählerregistrierung  für zehn Tage einzustellen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass Hacker die personenbezogenen Daten von 200.000 Wählern gestohlen hatten.

Quelle: Sputniknews