Die Deutschen stehen den Flüchtlingen wohl gesinnt gegenüber. Deutschland hat ein großes Herz für Menschen in Not und auf der Flucht. 85 % der Deutschen sind für die Aufnahme von Flüchtlingen, aber rund 62 % der Bürger haben auch die negativen Auswirkungen des Zuzugs kulturfremder Menschen im Blick.

 

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Die Stimmung in der deutschen Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen hat sich laut einer Umfrage im Verlauf der Flüchtlingskrise nur geringfügig verändert. In der Erhebung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wurden ab November 2015 in vier Wellen mit dreimonatigem Abstand mehr als 1.000 Personen befragt, berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Der Aussage, Deutschland stehe mit der Aufnahme von Flüchtlingen «Menschen in existentieller Not zur Seite», stimmten im November 2015 demnach 88,4 Prozent der Befragten zu.

 

Die Zustimmung zu dieser Aussage sank seitdem nur geringfügig auf zuletzt 85,4 Prozent. Eine Mehrheit der Deutschen hat zudem schon lange auch die möglichen negativen Folgen des Zuzugs im Blick. Auch hier ist jeweils die große Stetigkeit der Aussagen bemerkenswert, berichtet die Zeitung. Im November 2015 befürchteten 60,9 Prozent der Befragten, dass durch den Zuzug die Kriminalität in Deutschland steigen werde. Im August 2016 äußerten dies 62,4 Prozent. Die Sorge, dass Behörden und Polizei die Situation nicht bewältigen könnten, wurde im November 2015 von 63,9 Prozent geteilt. Im Februar, nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln, stieg dieser Wert nur unwesentlich auf 65,3 Prozent und liegt mittlerweile bei 59,1 Prozent.
 

Die Sorge, dass die Zahl der extremistischen Muslime in Deutschland steigt, haben nahezu unverändert um die 70 Prozent der Befragten. Die Untersuchung zeigt auch, dass sich die Meinungsbilder zur Flüchtlingsfrage in Ost- und Westdeutschland unterscheiden. Im Osten haben über alle vier Wellen der Untersuchung hinweg mehr als 17 Prozent der Befragten der Aussage zugestimmt, Deutschland werde den Zustrom «ganz sicher nicht» bewältigen. Im Westen sank dieser Wert von November bis August hingegen von 15,6 auf 11,6 Prozent. Der Anteil der Befragten, die im Osten «eher nicht» an einen Erfolg glauben, lag zuletzt bei 28,3 Prozent gegenüber 20,4 Prozent im Westen.
 

Die vier Erhebungen zeigen auch, dass im Lauf der Zeit immer mehr Bürger persönliche Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht haben. Die Zahl derjenigen, die laut eigener Aussage noch keine Erfahrungen mit Flüchtlingen hatten, sank im Westen während des Untersuchungszeitraums von 51,6 Prozent auf 33,1 Prozent. Im Osten sank der Wert ebenfalls, allerdings weniger deutlich, von 54,3 Prozent auf 40,1 Prozent. Die Begegnungen mit Flüchtlingen scheinen in der Regel gut zu verlaufen. Die Zahl derer, die über positive eigene Erfahrungen berichten konnten, stieg im Westen von 26,4 kontinuierlich auf zuletzt 37,1 Prozent. Im Osten stieg dieser Wert von 25,2 auf 37,3 Prozent. Die Zahl derer, die negative Erfahrungen angaben, stieg im Westen geringfügig von 8,0 auf 9,7 Prozent. Im Osten sank die Zahl sogar, von 10,6 auf 7,9 Prozent.

 

Beim zivilgesellschaftlichen Engagement ergab die Untersuchung, dass sich mehr als 80 Prozent der Befragen vorstellen können, Sachspenden für Flüchtlinge zu leisten. 46 Prozent der Befragten haben dies mittlerweile schon getan. 21 Prozent der Befragten gaben zuletzt an, selbst auch beim Sortieren oder dem Ausgeben von Hilfsmitteln tätig geworden zu sein. Etwa die Hälfte der Befragten kann sich auch vorstellen, Geld zu spenden, oder Flüchtlinge beim Spracherwerb oder Behördengängen zu unterstützen. Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen, konnten bisher und können sich auch weiterhin etwa 85 Prozent hingegen nicht vorstellen, berichtet die Zeitung weiter.

 

Quelle: Contra Magazin