Hunderte minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Großbritannien gekommen waren, sind verschwunden, berichtet die Zeitung „The Independent“ unter Verweis auf das britische Innenministerium.

 

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Insgesamt gehe es um 360 solche Kinder. Die Spur von mehr als 200 von ihnen habe sich bereits vor mehr als zwei Jahren verloren. Laut dem Blatt wird außerdem befürchtet, dass den Minderjährigen von Banden Gewalt angetan wurde oder dass sie versklavt wurden. Andere Gründe für das Verwinden dürften psychologische Traumata, Stress, Misstrauen gegenüber den Behörden sowie Angst vor Abschiebung gewesen sein.

 

In den vergangenen fünf Jahren waren 9.287 unbegleitete Teenager in Großbritannien angekommen. Die meisten davon waren in Kinderheimen oder Adoptivfamilien untergebracht.

 

Die britische Kinderbeauftragte Anne Longfield rief die Regierung auf, unverzüglich die Suche nach den vermissten Kindern einzuleiten. Im April 2016 hatte „The Independent“ geschrieben, dass die Anzahl der vom britischen Innenministerium abgeschobenen minderjährigen Flüchtlinge dreimal so hoch ist wie zuvor mitgeteilt wurde. So waren allein in den Jahren 2007 bis 2015 mehr als 4.000 Waisen, die sich um Asyl beworben hatten, gezwungen, Großbritannien zu verlassen.

 

Die Europäische Polizeibehörde Europol meldet 10.000 verschwundene minderjährige Flüchtlinge, darunter allein 5.000 Kinder in Italien und etwa 1.000 in Schweden.