Trotz der Demütigung durch die Alternative für Deutschland (AfD) in Mecklenburg-Vorpommern, der Heimat der Bundeskanzlerin, hält Angela Merkel weiter an ihrem Plan der Flüchtlingspolitik fest, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet.

 

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„Die Kanzlerin setzt weiter darauf, dass ihr Plan in der Flüchtlingspolitik aufgeht. Merkels politischer Kredit aber ist weitgehend verbraucht, ihr Reich zerfällt“, heißt es in dem FAZ-Artikel.

 
Die AfD, die gegen die Aufnahme von Flüchtlingen auftritt, hatte in Mecklenburg-Vorpommern mehr Stimmen bekommen als die CDU, an deren Spitze Merkel steht. Nach vorläufigen offiziellen Angaben stimmten 20,8 Prozent der Wähler für die AfD, für die CDU dagegen nur noch 19 Prozent.

 

„Zwanzig Prozent im Nordosten sind noch nicht zwanzig Prozent im Bund. Aber sie sind ein deutliches Zeichen für den anhaltenden und wachsenden Widerstand gegen eine Politik, an der Merkel auch im Angesicht der bisher demütigendsten Niederlage festhalten will“, schreibt die FAZ.

 

Die meisten Wähler, die sich für die AfD entschieden, dürften „die grundlegenden Entscheidungen in den vergangenen Monaten“, die Bundeskanzlerin weiter für richtig erklärt, als falsch betrachten. Doch auch viele Bürger, die andere Parteien wählen, nehmen die Aufnahme von Hunderttausenden Flüchtlingen nicht als „alternativlos“ wahr.
 

„Die Öffnung der deutschen Grenzen unter Aufgabe jeglicher Kontrolle mit der Begründung, es gehe gar nicht anders, hängt Merkel wie ein Mühlstein um den Hals“, so die FAZ.

 

Viele CDU- und CSU-Anhänger haben daraufhin das bis dahin weitverbreitete Vertrauen darin, dass bei dieser Kanzlerin Deutschland in guten Händen sei, verloren. Und „es kehrte nicht wieder“.

 

„Merkel hat den enormen Kredit, den sie sich durch kluges Regieren und Reagieren in den Krisen vor der Flüchtlingswelle erarbeitet hatte, weitgehend verbraucht. Das von ihr geschaffene Reich des Maßes und der Mitte, des Konsenses und der politischen Unaufgeregtheit zerfällt. Den Rubikon überschritt sie in jener Nacht vor einem Jahr, in der sie die Grenze für die Flüchtlinge aus Budapest öffnete und monatelang nicht mehr schloss“, schließt die Zeitung.