Bei der Eröffnung der Paralympischen Sommerspiele in Rio der Janeiro hat die Delegation Weißrusslands beim Einmarsch ins Stadion Maracana eine russische Flagge getragen, berichtet RIA «Nowosti».

 


 

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat die eingezogen und eine Ermittlung in dem Fall aufgenommen. Zuvor hatte das IPC den weißrussischen Athleten, die die Flagge Russland bei der Eröffnungszeremonie tragen wollten, mit „bestimmten Strafmaßnahmen“ gedroht.
 
Als erster veröffentlichte der Journalist Rob Maul eine Aufnahme mit der russischen Fahne im Maracana auf Twitter.

 


 


 

Der Chef des weißrussischen Paralympischen Komitees, Oleg Schepel, hatte im August den Olympia-Ausschluss der russischen Behindertensportler scharf verurteilt. Dies sei der falscheste Schritt in der ganzen Geschichte der paralympischen Bewegung. „Dass die Behinderten in den Mittelpunkt der Politik rücken – das ist überhaupt Blasphemie“, meinte Schepel und fügte hinzu, dass die weißrussische Delegation außer der eigenen Flagge bei der Eröffnung der Spiele auch die russische zu tragen beabsichtigt. Nach der Warnung des IPC hatte er allerdings eingelenkt und gesagt, dass er eine russische Fahne mit auf die Tribüne nehmen wird.
 
Die Entscheidung, die Sportler aus Russland nicht zu den Paralympics zuzulassen, war aufgrund des sogenannten McLaren-Berichts über das angebliche „staatliche Doping-Programm in Russland“ getroffen worden, obwohl die Autoren ihre Theorie mit keinerlei konkreten Beweisen belegten.
 
Die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro finden vom 7. bis 18. September statt.