Syriens Präsident, Baschar al-Assad, wird in Peking erwartet und dort offiziell um die Hilfe Chinas zur Bekämpfung der Terroristen bitten. Für die US-Allianz wird es eng. In Washington und Riad sieht man das Ganze mit Besorgnis.

 

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Derzeit noch unbestätigten Berichten zufolge wird Syriens Präsident in Kürze in Peking erwartet, um dort offiziell um die Hilfe der Volksrepublik China im Kampf gegen die Terroristen und Islamisten zu erbitten. Bislang sind offiziell und völkerrechtlich gedeckt lediglich Russland und der Iran in Syrien militärisch aktiv. Peking hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, die syrische Regierung unterstützen zu wollen.

 

Demnach suchen chinesische Militärexperten bereits nach einem geeigneten Stützpunkt in Syrien, zumal die russische Luftwaffenbasis Hmeimim nahe Lakatia keine weiteren Kapazitäten aufweist. Peking will demnach eine eigene Fliegerstaffel in Syrien stationieren und so gemeinsam mit den Luftwaffen Russlands und Syriens gegen den «Islamischen Staat» und andere extremistische Gruppierungen vorgehen.

 
Indessen will Moskau den Luftwaffenstützpunkt Hmeimim ausbauen und so für größere Bomber tauglich machen. Der russische Flugzeugträger Admiral Kusnezow, der die russischen Bemühungen des Anti-Terror-Kampfes unterstützen soll, befindet sich derzeit auf dem Weg an die syrische Küste. Nach dessen Eintreffen sollen die Ausbaumaßnahmen beginnen.

 
Für Washington ist das Szenario eines Eingreifen Chinas zugunsten der Assad-Regierung natürlich ein Horror. Auch die Saudis und andere involvierte Kriegsparteien, die sich für einen Regime-Change einsetzen, dürften damit keine Freude haben. Immerhin stellt dies nicht nur eine weitere Verschiebung der Kräfteverhältnisse zugunsten der syrischen Regierung dar, sondern zudem auch noch eine deutliche Änderung der chinesischen Außenpolitik. Denn bislang hat sich Peking nicht wirklich in die internen Angelegenheiten anderer Länder eingemischt und das Feld vor allem Amerikanern und Russen überlassen.

 
Von Marco Maier, Contra Magazin