Der Flugzeugbaukonzern „Antonow“ wird 2016 wegen der abgebrochenen Kooperationsbeziehungen zu Russland kein einziges neues Flugzeug bauen können. Das erklärte Andrej Chaustow, ein führender Vertreter des Konzerns, am Freitag im Gespräch mit dem ukrainischen Rundfunksender „Vesti“.

 

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„Selbst wenn wir es sehr wollten, Flugzeuge herzustellen, und wir haben mehrere nicht fertiggestellte Maschinen in den Werkhallen stehen, müssen wir alle russischen Bauteile durch Zulieferungen anderer Produzenten ersetzen. Es müssen nicht unbedingt westliche sein, es können auch ukrainische sein“, sagte Chaustow.

 

Im Jahr 2015 hat der Konzern ihm zufolge zwei Flugzeuge gebaut – eine An-148 und eine An-158, und zwar unter Verwendung der noch vorhandenen russischen Bauteile.

 

„Das war faktisch jene Reserve, die wir besaßen, mit diesen Flugzeugen ist sie aufgebraucht“, erläuterte er. Die fehlende Kooperation „hat ‚Antonow‘ das Leben nicht erleichtert“, gab Chaustow zu.

 

Wie er zugleich betonte, ist das ein „fataler Zug“, und die ukrainischen Flugzeugbauer suchen jetzt alternative Zulieferer.

 

Am 7. September war die Meldung aufgetaucht, dass der „Antonow“-Konzern beabsichtige, den in Russland eingesetzten Flugzeugen aus seiner Produktion Flüge ins Ausland zu verbieten. Später teilten Vertreter des Unternehmens mit, dass die Erklärung, auf die sich die Medien bezogen hätten, aus dem Kontext herausgerissen worden sei und es vielmehr um die Absicht gehe, ein Verbot für internationale Flüge der russischen Antonow-Flugzeuge zu erwirken.