2,5 Migranten auf tausend Einwohner – nach dieser Formel habe die italienische Regierung vor, Migranten im Land zu verteilen. Dieses Modell hatte der italienische Innenminister Angelino Alfano präsentiert. In der Realität ist die Situation vor Ort ernster, sagt der Bürgermeister von Molinara, Giuseppe Addabbo, in einem Interview mit Sputnik Italia.

 

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Der Plan von Alfano beziehe sich nur auf Flüchtlinge, die einen Asylantrag gestellt haben, und sehe keine Abstimmung ihrer Ankunft mit den örtlichen Behörden vor. Die Bürgermeister der italienischen Städte fühlen sich mit den Problemen alleingelassen. So habe der Bürgermeister von Molinara in der Provinz Beneveto erst aus den Zeitungen von der Ankunft einer Migrantengruppe erfahren.

 

„Die Migranten sollen ausgehend von der Zahl der Einwohner in den Städten verteilt werden. Zum Beispiel wohnen in Molinara 1.500 Menschen, und momentan haben wir durch eine Privatorganisation, die mit dem Roten Kreuz verbunden ist, 25 Frauen aus Nigeria und Somali bekommen. Und niemand, weder das Rote Kreuz noch diese Organisation, nicht einmal die Präfektur der Provinz haben ihre Anreise und ihren Aufenthalt mit der Stadtverwaltung abgestimmt. Ich habe davon aus einer Morgenzeitung erfahren!“, kommentierte Addabbo.

 

Der Bürgermeister meint, dass solche Methoden nur ein Chaos schaffen und die Bürger erschrecken.

 

„Das nenne ich einen Teufelskreis für die Behörden. Und den muss man brechen“, so Addabbo.

 

Heftig kritisiert er die Entscheidung der Regierung, dieses Problem den Innenministerien der Regionen, den Präfekturen und Privatorganisationen zu überlassen. Wenn es so weitergehe, nehme das wirre Durcheinander kein Ende.