Noch vor Sonnenaufgang hat es in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften und Wohnungen in Norddeutschland Razzien gegeben. Das BKA verdächtigt drei Männer aus Syrien, im direkten Kontakt zu der Terrormiliz Islamischer Staat zu stehen.

 

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Am frühen Dienstagmorgen (13.09.2016) rückte die GSG9, die Spezialeinheit der Bundespolizei, in mehreren Flüchtlingsheimen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen an. Das bestätigte eine BKA-Sprecherin gegenüber der «Welt». Noch vor Sonnenaufgang sei die Einheit gemeinsam mit Polizisten des Bundeskriminalamts (BKA) angerückt.

 

Durchsucht wurden drei Flüchtlingsunterkünfte und mehrere Wohnungen. Es seien drei Männer festgenommen worden und Mobiltelefone, Datenträger und Dokumente beschlagnahmt worden. Die vorläufig festgenommenen seien Asylbewerber aus Syrien, die verdächtigt werden, der Terrormiliz Islamischer Staat anzugehören. Das BKA ermittle seit mehreren Monaten gegen die Verdächtigen, so die «Welt». Die drei Männer stünden seit Wochen unter Beobachtung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). Ob es sich bei den Verhafteten tatsächlich um Dschihadisten handelt, sei noch unklar.

 

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen die drei Syrer wegen Terrorverdachts. Dies teilte die Behörde am Dienstag in Karlsruhe mit. Den Männern im Alter zwischen 17 und 26 Jahren werde vorgeworfen, im Auftrag der Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS) im November 2015 nach Deutschland gekommen zu sein, «um entweder einen bereits erhaltenen Auftrag auszuführen oder sich für weitere Instruktionen bereitzuhalten». Konkrete Aufträge gab es nach bisherigen Ermittlungen aber nicht. Die Männer wurden den Angaben bei Razzien in Schleswig-Holstein festgenommen.

 

Momentan gibt es 400 Hinweise auf terrorverdächtige Flüchtlinge. Zum großen Teil handelt es sich laut BKA jedoch um Falschbeschuldigungen oder Verwechslungen, nur in 60 Fällen werde ermittelt.