Das Technische Forschungszentrum Impuls 2 aus Sewastopol hat auf der Waffenmesse Army 2016 bei Moskau ein unbemanntes Kampffahrzeug als Neuentwicklung präsentiert. Das Gerät Wichr mit dem automatisierten Feuerleitsystem werde per Schaltpult ferngesteuert, sagte der Vize-Generaldirektor des Zentrums, Dmitri Bogdanow, gegenüber Sputnik.

 

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„Unsere Partner vom Forschungsinstitut Signal haben eine robotergestützte Plattform entwickelt, der sie das standardmäßige Fahrgestell des Infanteriekampffahrzeugs BMP-3 zu Grunde gelegt haben, und brachten ihr bei, ohne Menschen zu fahren und zu schießen“, sagte Bogdanow.

 

Das Schaltpult sei raumsparend, leicht und über Touchscreen intuitiv bedienbar. Dabei werde ein spezieller Joystick eingesetzt, der sich ohne Sockel verwenden lasse: Man könne ihn in der Hand halten oder, wenn nötig, in den Griff des Steuerwagens einbauen.

 

„Der Einsatz dieses Wagens auf dem Kampffeld wird den Charakter der Gefechtsführung verändern. Hauptsache ist dabei, dass wir das Leben unserer Soldaten nicht aufs Spiel setzen. Die Taktik kann sich verändern. Wir können mit dem Wagen ohne weiteres an einen Ort härtester Kämpfe fahren, ohne um das Leben unserer Besatzungen zu fürchten. Auch ist beispielsweise eine Langzeitbeobachtung möglich, wenn ein Teil des Geländes zu bewachen ist“, so Bogdanow.

 

Die Waffenstation des mit Geschütz ausgerüsteten Wagens funktioniert geräuschlos und erlaubt es, lange ohne Besatzung auszukommen.

 

„Vor drei Wochen sind wir vom Versuchsgelände zurückgekehrt, auf dem dieser Wagen in unbemannter Ausführung getestet wurde“, so Bogdanow weiter.

 

„Der Wagen hat einwandfrei geschossen und sich überhaupt gut bewährt. Generell bleiben hier dem Menschen immer weniger Funktionen übrig. Im Endeffekt wird sich seine Funktion darauf beschränken, dass er die Variante der Lösung einer Gefechtsaufgabe bestätigt, die von dem Roboter vorgeschlagen wird, und die Verantwortung für die Feuereröffnung übernimmt.“

 

Diese Funktion haben die russischen Ingenieure dem Bediener vorbehalten.

 

„Als vernünftige Menschen sind wir uns dessen bewusst, dass die Entscheidung, das Feuer zu eröffnen, rechtlich gesehen bei einem Menschen liegen muss“, betont Bogdanow. „Technisch wäre es machbar, dass der Roboterwagen diese Entscheidung selbst trifft. Wir halten das aber für falsch.“

 

Der Bediener, der den Beschluss fasst, kann sich in einer Entfernung von bis 5000 Metern befinden, bei einer Schussweite der Artilleriewaffen dieses Wagens von 4000 Metern, einer etwas größeren bei den Raketenwaffen plus weitere 5000 Meter in die andere Richtung — also außerhalb der Reichweite der Feuerwaffen des Gegners.

 

Auf die Frage, ob er es für wahrscheinlich hält, dass künftig ausschließlich Roboter gegeneinander kämpfen werden, sagte Dmitri Bogdanow: „In einer entfernten Perspektive schon, vorläufig bleibt aber noch viel Arbeit für die Menschen übrig.“ Er habe inzwischen gehört, dass Roboter bereits in der Lage seien, andere Roboter von eigener Art zu bauen, habe das aber noch kein einziges Mal gesehen.

 

Die berühmten russischen seegestützten Marschflugkörper Kalibr mit einer Reichweite von bis zu 2000 Kilometern, die in der Welt für großes Aufsehen gesorgt hatten, als russische Kriegsschiffe vom Kaspischen Meer damit erstmals auf die Terroristen in Syrien feuerten, wurden auch bei der Militärtechnik-Schau Army 2016 ausgestellt.

 

Nach einer solchen „Werbekampagne“ standen Vertreter ausländischer Streitkräfte Schlange, um diese Marschflugkörper zu kaufen.

 

Zu einer Neuentwicklung der Messe gehört auch der Antiraketenkomplex „Präsident-S“. Die Anlage schützt Flugzeuge und Hubschrauber gegen Raketen mit Zielsuchköpfen. Nach Angaben des russischen Elektronikkonzerns Kret konnte „Präsident-S bei einem Test“ einen Hubschrauber vor Direktbeschuss mit infrarotgelenkten Luftabwehrraketen schützen.

 

Die Raketen, die aus einer Entfernung von 1000 Metern abgefeuert wurden, „bogen trotz der maximalen Infrarotausstrahlung des Ziels seitwärts ab, sobald sie sich dem Ziel näherten“. Mithilfe von Laserstrahlen generiert „Präsident-S“ Täuschziele, die die Raketen vom echten Ziel ablenken. Mit dem Abwehrsystem „Präsident-S“, das Luftfahrzeuge praktisch „unsichtbar“ für Raketen macht, sind bereits mehrere Kampf- und Transporthubschrauber des russischen Militärs sowie der Jet von Präsident Wladimir Putin ausgestattet worden.

 

Von Nikolaj Jolkin