Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat trotz Widerstands aus Russland einen Kredit über eine Milliarde Dollar (etwa 890 Millionen Euro) für Kiew freigegeben.

 

Moskau hatte sich gegen die neue Auszahlung ausgesprochen, weil Kiew seine Schulden beim Nachbarland noch nicht beglichen hatte. Die Ukraine schuldet Russland 3,075 Milliarden Dollar.

 

In zwei vorigen Tranchen hatte die Ukraine bereits rund 5,4 Milliarden Dollar vom IWF aus einem 2015 eröffneten Programm bekommen, das insgesamt 17,5 Milliarden umfasst.

 

Nach der Auszahlung der ersten beiden Zahlungen war die jüngste Tranche zunächst wegen der instabilen politischen Lage und der Unzufriedenheit mit der Korruptionsbekämpfung in der Ukraine zurückgehalten worden. Im April waren die Verhandlungen über die Finanzhilfe erneut aufgenommen worden.

 

Russland hatte im Februar 2016 beim Londoner Gericht eine Klage gegen die Ukraine auf die Rückzahlung von drei Milliarden US-Dollar Schulden samt Zinsen eingereicht. Ende 2015 hat Kiew seine Staatspleite erklärt und Russland eine Umstrukturierung der Schulden zu gleichen Bedingungen wie für private Gläubiger vorgeschlagen. Moskau besteht jedoch darauf, dass es souveräne Schulden seien, über deren Umstrukturierung extra entschieden werden müsse.

 

Kiew hat mehrmals um eine Verschiebung der Anhörungen vor dem Londoner Gericht gebeten. Moskau entsprach jedes Mal der Bitte. Wie der russische Finanzminister Anton Siluanow Ende April sagte, hat die russische Seite nun zum letzten Mal beschlossen, der neuen ukrainischen Regierung Zeit zu geben, die Situation nüchtern einzuschätzen und gewissenhafte Verhandlungen über die Schuldentilgung aufzunehmen.