60 Prozent der Deutschen sprechen sich für eine Begrenzung der Amtszeiten des Bundeskanzlers aus, wie eine Umfrage der Interview-Sendung „Jung&Naiv“ in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov ergab.

 

Demnach befürworten 60 Prozent der Bürger eine Begrenzung der Legislaturperioden auf eine bestimmte Anzahl. 30 Prozent meinen, es solle weiterhin keine Beschränkung geben. Zehn Prozent sagten: „Weiß nicht“.

 

Die Bürger möchten ein zusätzliches Kontrollinstrument, „eine demokratische Notbremse, die verhindern soll, dass es in Zukunft weiterhin zu jahrzehntelanger Machtkonzentration à la Kohl und Merkel kommt“, analysiert Rayk Anders, Autor der YouTube-Politiksendung „Armes Deutschland“.

 

Den Umfrageergebnissen zufolge bevorzugen 14 Prozent der Deutschen eine vierjährige Kanzleramtszeit. 32 Prozent möchten die Amtszeit auf zwei Legislaturperioden (acht Jahre) beschränken. Neun Prozent unterstützen drei Amtszeiten und fünf Prozent der Befragten meinen, es solle eine andere Art von Beschränkung eingeführt werden.

 

22,3 Prozent der Deutschen vertrauen laut der Umfrage der amtierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel am allerwenigsten. Neben Merkel gelten als Spitzenreiter die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht (10,6 Prozent), der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer (10,5 Prozent) und der Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (8,7 Prozent).

 

Wenn die Deutschen ein Mitglied der Bundesregierung sofort entlassen könnten, würden 24,7 Prozent der Deutschen Angela Merkel entlassen. Den zweiten Platz der Unbeliebtheitsskala (7,2 Prozent der Befragten) belegt die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

 

Laut den Umfrage-Organisatoren sollen monatlich insgesamt drei Umfragen durchführt werden. Für die erste Umfrage waren 2105 Deutsche im Zeitraum vom 7. September bis 9. September 2016 befragt worden.