Um die Halbinsel besser vor Sabotage, Diversion und Terroranschläge zu schützen wurden mehrere tausend Reservisten mobil gemacht, um die Terrorabwehr zu verstärken. Medienberichten zufolge wurde eine neue Abteilung für die Landesverteidigung in Sewastopol eingerichtet. Neben zivilen und militärischen Einrichtungen soll das neue Kommando auch bei Naturkatastrophen helfen.

 

SEVASTOPOL, RUSSIA - JULY 31, 2016: Russian servicemen take part in a ship parade marking Russian Navy Day. Alexei Pavlishak/TASS –осси€. —евастополь. 31 июл€ 2016. ¬оеннослужащие на параде по случаю праздновани€ ƒн€ ¬оенно-морского флота –оссии. јлексей ѕавлишак/“ј——
SEVASTOPOL, RUSSIA — JULY 31, 2016: Russian servicemen take part in a ship parade marking Russian Navy Day. Alexei Pavlishak/TASS

 

 

Ähnlich wie in Deutschland durch diverse Reformen die neuen Heimatschutzbataillone geschaffen wurden, die überwiegend aus Reservisten bestehen, greift auch Russland nun verstärkt auf die vorhandenen Reservisten zurück, die das aktive Militär in Sachen Landesverteidigung sowie Katastrophenschutz unterstützen sollen. Da es auf der Krim in der Vergangenheit vermehrt zu Sabotageaktionen und Terrorbestrebungen gekommen ist, sollen mehrere tausend Reservisten im Heimatschutz auf der Krim ihren Dienst leisten. Laut der russischen Zeitung Isvestia soll die 47. Abteilung für Landesverteidigung sowohl zivile als auch militärische Liegenschaften vor den unterschiedlichsten Gefahren schützen.

 

 

Neben Sevastopol, wo sich der militärische Schwerpunkt der russischen Streitkräfte mit der Schwarzmeer-Flotte befindet, sollen diese Einheiten auf der ganzen Krim eingesetzt werden. Bereits während der Übung im Kaukasus wurden verstärkt Reservisten eingebunden, die ihre militärischen Kenntnisse auffrischen konnten. Die Übung endete im Übrigen auf der Krim.

 

 

Für die Terrorabwehr und den Katastrophenschutz sind der russische Inlandsnachrichtendienst FSB und das Ministerium für Katastrophenschutz sowie Einheiten, die dem Innenministerium unterstehen, zuständig. Wie viele Reservisten und Soldaten konkret eingesetzt werden ist unbekannt. Experten gehen allerdings von mehreren Bataillonen aus. Auch über die genaue Organisationsstruktur ist bislang aus Sicherheitsgründen nichts bekannt, da die Gefahr von subversiven Bestrebungen auf der Krim derzeit nicht unwahrscheinlich ist. Auch in anderen Gebieten mit Gefährdungspotential sollen Reservisten die aktiven Truppenteile unterstützen.

 

 

Ein Teil der militärischen Reserve wurde bereits bei den Manövern im Kaukasus diesen Sommer aktiviert. Bereits im Juni 2014 ging vom russischen Präsidenten eine Initiative aus, wonach ehemalige Soldaten wieder verstärkt als Reservist für mindestens 2 Monate die aktiven Streitkräfte unterstützen sollen. Seit 2008 wurde die allgemeine Wehrpflicht in Russland von 24 Monate auf 12 Monate reduziert. Möglich ist es auch seinen Dienst bei den Nachfolgeorganisationen des KGBs zu absolvieren, also FSB und FSO sowie den Einheiten, die dem russischen Innenministerium unterstehen, wie beispielsweise die OMON als mobile Einheit besonderer Bestimmung.

 

Von Christian Lehmann