Als „unfair, feige und heuchlerisch“ hat Russlands Präsident Wladimir Putin die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) bezeichnet, die ganze russische Paralympics-Auswahl von den Spielen in Rio auszuschließen.

 

„Gegen Sie wurde unsportlich gespielt“, sagte Putin am  Montag bei einem Treffen mit der nationalen Paralympics-Mannschaft im Kreml.

 

Russland sei gegen Doping, doch dürfe der Kampf gegen Doping nicht politisiert werden.

 

Russland arbeite mit den zuständigen internationalen Organisationen eng zusammen.

 

„Wir sind für ein klares, für alle gleiches und absolut durchsichtiges Kontrollsystem im Sport.“ Es dürfe keine Doppelmoral geben. „Sämtliche Tests müssen transparent für die Öffentlichkeit sein.“

 

Das IPC hatte kurz vor Beginn der Spiele in Rio de Janeiro alle russischen Athleten von den Paralympics ausgeschlossen. Zuvor hatten die Ermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada das russische Sportministerium, die Anti-Doping-Labors in Moskau und Sotschi sowie den Inlandsgeheimdienst FSB beschuldigt, in ein staatlich gesteuertes Dopingprogramm russischer Athleten involviert zu sein. Russische Beamte bestritten die Vorwürfe.

 

Nach dem Aus in Rio ließ Präsident Putin für die Ausgeschlossenen eigene „Paralympics» organisieren. Die Wettkämpfe haben am 8. und 9. September stattgefunden.

 

In der vergangenen Woche hat die Hackergruppe „Fancy Bears“ die Datenbank der Welt-Anti-Doping-Agentur geknackt und pikante Details über amerikanische und britische Athleten veröffentlicht. Laut den Unterlagen haben etwa die Olympiasiegerin Simone Biles, die Tennisstars Venus und Serena Williams oder die Basketball-Spielerin Elena Delle Donne mit Zustimmung der Wada systematisch Dopingmittel eingenommen haben – angeblich aus gesundheitlichen Gründen. Die Wada hat bereits bestätigt, dass die veröffentlichten Unterlagen echt sind.