Nachdem die US-Koalition syrische Regierungstruppen bombadierte, flammte auf der Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates der Interessenkonflikt zwischen Russland und den USA zu. Zudem wurden US-Spionageflüge über russische Stützpunkte registriert. Die derzeitige vereinbarte Waffenruhe droht zu enden.

 

Auf der gestrigen Dringlichkeitssitzung infolge des US-geführten Bombardements auf syrische Streitkräfte bekämpften sich Russland und Amerika mit wechselseitigen Beschuldigungen. Das russische Außenministerium bewertete die Luftschläge als „verbrecherische Fahrlässigkeit“oder als „Begünstigung für den IS“, berichtet Sputnik Deutschland. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen Samanta Power meinte daraufhin, dass Russland sich für diese Vorwürfe schämen solle, woraufhin die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa die Diplomatin nach Syrien einlud.

 

„Sagen Sie zu. Und haben Sie keine Angst: Mit mir wird Sie niemand angreifen. Natürlich, wenn ihre Streitkräfte nicht erneut irgendwas aus Versehen treffen. Sie werden was zu erinnern haben und werden gleichzeitig erfahren, was Schande ist“, zitiert Sputnik Sprecherin Sacharowa.

 


 
Auch der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin kritisierte Power nach ihren jüngsten Äußerungen auf der Sondersitzung, wo sie unverhohlen Russland vor Journalisten beschimpfte und Russlands Einberufung als „zynisches und heuchlerisches Verhalten“ bewertete. Der Diplomat hat die Sitzung verlassen und bewertete Powers Anschuldigungen als „bespiellos unerhörte Position“ und bezweifelt auch, dass der Angriff auf die syrischen Truppen ein Fehler sei. Außenminister Lawrow appelierte an seinen amerikanischen Kollegen John Kerry, die russisch-amerikanischen Friedenvereinbarungen transparent zu machen.

 


 
Das australische Verteidigungsministerium gesteht nach Angaben des Senders ABC die Teilnahme an den Luftschlägen in Deir ez-Zor und räumte zugleich ein, dass man nicht die Absicht gehabt hätte syrische Regierungstruppen anzugreifen. Ein syrischer Oppositionssprecher sieht hinter den Angriffen auf syrische Soldaten den Versuch Syriens Vormarsch in Richtung irakischer Grenze zu stören und bezweifelt ebenfalls, dass es sich um einen gehandelt hätte.

 

 
Zudem setzt die USA ihre Spionage ihre Spionageflüge auf den russischen Luftwaffenstützpunkt in Hmeinmin und in Tartus fort, wo sich eine Versorgungsstelle der russischen Streitkräfte befindet. Sputnik berichtet unter Berufung westlicher Online-Dienste, dass ein US-Marineflieger vom Typ P-8A Poseidon am Sonntag seinen vierten Spionageflug seit Donnerstag absolviert habe. Auch der Iran ist von den Spionageflügen der Amerikaner empört und droht mit Abschuss, wie der TV Sender Fox unter Berufung auf Militärkreise berichtete.
 
Die Waffenruhe in Syrien könnte nach Alledem ein baldiges Ende nehmen. Die syrische Regierung bat Russland bereits seine Luftschläge gegen die Terrormiliz fortzusetzen. Die syrische Opposition rechnet mit einer „harten Antwort“ von russischer Seite, nach den jüngsten Angriffen der USA, wo 61 Menschen getötet und über 100 weitere Verletze beklagt werden. Zudem könnte nun die Luftabwehr vom Boden aus in Syrien eine verstärkte Rolle im Konflikt einnehmen.

 
Von Christian Lehmann