Präsident Erdogan zufolge bereitet die Türkei derzeit eine Großinvasion in Syrien vor. Damit will man eine «Sicherheitszone» schaffen, welche ein autonomes Kurdengebiet verhindert. Problematisch ist aber auch die Bildung von Allianzen mit dschihadistischen Milizen.

 

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Bislang kontrolliert die türkische Armee in Nordsyrien ein Gebiet von rund 900 Quadratkilometern. Mittels einer Großoffensive der türkischen Armee soll das von den Streitkräften kontrollierte Areal auf bis zu 5.000 Quadratkilometer ausgeweitet werden – das entspricht in etwa der doppelten Größe des Saarlands, Vorarlbergs oder Luxemburgs. Laut Präsident Erdogan soll es sich hierbei um eine «Sicherheitszone» handeln.

 

Allerdings ist klar, worum es hierbei eigentlich geht: Die Verhinderung von kurdischen Autonomiegebieten an der türkischen Grenze, zumal die syrischen Kurden von einer Schwesterpartei der in der Türkei wegen Terrorismus verbotenen PKK regiert werden und die Region als Rückzugsgebiet für die kommunistisch-separatistische Organisation gilt.
 
Doch der Einmarsch in das südliche Nachbarland bringt auch massive Probleme mit sich: Offiziell will Ankara einerseits den «Islamischen Staat» bekämpfen, verbündet sich hierbei jedoch andererseits auch mit diversen radikalislamischen Gruppen, die diesen in Sachen Ideologie und Brutalität jedoch um nichts nachstehen. Dementsprechend kritisch ist dieser Vormarsch auch, zumal diese Milizen weiterhin gegen die syrischen Regierungstruppen kämpfen und zudem insbesondere die nicht-sunnitische Bevölkerung terrorisieren.

 

Von Marco Maier, Contra Magazin