Der Mitbegründer der Beratungsfirma «Global Business Network», Jay Ogilvy, hat auf der Website des Informationsdienstes «Stratfor» seine Eindrücke von einem Besuch in Russland veröffentlicht. Dieser unterscheidet sich deutlich von der Berichterstattung der amerikanischen Presse.

 

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Ogilvy schreibt, dass dieser Besuch nicht der erste für ihn war, weil er seit 1980 ein Mitglied einer Gruppe, welche die Kontakte zwischen den Bevölkerungen den USA und der UdSSR knüpfte, war. Während seines ersten Besuchs in Moskau im Jahr 1983 prägte sich für Ogilvy «die Gastfreundschaft, welche durch Unscheinbarkeit geprägt war, und die Schönheit der U-Bahn-Stationen ein», berichtet RIA Novosti.

 

Im Jahr 1991 wurde er Zeuge, wie «die geglückte Privatisierung in Polen zur Katastrophe für Russland wurde.

 

 

«Einige von Ausgewählten, die bald als Oligarchen bekannt wurden, haben den sagenhaften Reichtum angehäuft, während die einfachen Menschen beobachteten, wie ihre Renten im Sturm der Inflation verschwinden», erinnert sich der Autor.

 

Von Antiamerikanismus keine Spur. Von Moskau bis Jekaterinburg.
 
Während einer Reise im Jahr 2005 hat Ogilvy den unterentwickelten Konsumbereich in der russischen Wirtschaft festgestellt, sowie den Wunsch der Russen «ihren eigenen Weg zu gehen. Eindrücke von seinem jüngsten Besuch, waren laut dem Analysten weit davon entfernt, wie man in der amerikanischen Presse Russland beschreibt. Er betonte auch, dass er kein einziges Mal Erscheinungsformen des Antiamerikanismus getroffen hatte.
 

«Was sind die wichtigsten Eindrücke von der letzten Reise? Ist es ein Land, das unter dem Druck der Sanktionen leidet? Ein wenig, aber nicht viel. Das Land, das vorhat, den Westen zu erobern? — Auf keinen Fall», schreibt er. «Ich sah Freude, Reichtum. Ich habe auf den Straßen freie Menschen gesehen. Deren Gang, Augen, Kleidung!», schreibt Ogilvy und betont, dass solche Eindrücke er nicht nur von Moskau, sondern auch von Jekaterinburg hatte.

 

Weiter stellt der Stratfor-Analayst fest, dass die Saktionen gegen Russland durch Kompensationen im Importbereich erforderlich machen. Ein Schritt, der vor der Einführung von restriktiven Maßnahmen schwer machbar ist.
 

«Es gibt weniger Möglichkeiten, die Konsumgüter zu importieren, und die Russen lernen, ihre eigenen herzustellen. Mit ihren riesigen natürlichen Ressourcen, mit ihren ausgebildeten Arbeitskräften und mit extremen Einfallsreichtum haben sie Erfolg», schreibt Jay Ogilvy.

 
Laut Ogilvy erarbeitet Russland sein eigenes kapitalistisches Modell, das vom westlichen Model sich unterscheidet. Nach Meinung des Analysten gelinge dies Russland ganz gut. Eine andere Analyse sieht indes Russland vor schweren Herausforderungen stehen. Auf diesem Podcast von Stratfor sprechen die Analysten über die Wahl der Staatsduma, welche die Regierungspartei Geeintes Russland mit rund 74 Prozent für sich entscheiden konnte.
 

 
Der Informationsdienst Stratfor, Stragetic Forecasting Inc., wurde 1996 vom Politologen und Geopolitk-Experten George Friedman in Austin/Texas gegründet. Der Dienst liefert seitdem weltweit Analysen, Zusammenfassungen für geopolitische Entwicklungen sowie Zukunftsprognosen. Seit neuestem auch Interviews und Gepräche auch in englischer Sprache.
 

 

Mit Geopolitical Futures hat Friedman seinen zweiten Informationsdienst geschaffen, welcher mehr einer interessierten Öffentlichkeit zugeschnitten ist. In der aktuellen Analyse einer Analystin sieht man Russland im Bereich Landwirtschaft vor schweren Herausforderungen stehen. Vor allem die unproportional Verteilte Bevölkerungsstruktur Russland könnte das Land bis 2020 in eine schwere Krise stürzen.