In Russland zeichnet sich ein Wechsel an der Spitze des Auslandsnachrichtendienst SWR ab. Der bisherige Direktor Michael Fradkow soll an die Spitze der Russischen Eisenbahngesellschaft wechseln. Sergej Naruschkin, Sprecher der Staatsduma, soll nun die Geschicke beim SWR leiten. Die Berichte über das Ministerium für Staatssicherheit wurden bislang nicht vom Kreml kommentiert.

 

Der russischen Dienst für Außenaufklärung SWR (Служба внешней разведки ) wechselt seinen Direktor. Nach neun Jahren als Direktor beim zivilen Auslandsnachrichtenst wechselt Fradkow nun an die Spitze der russischen Eisenbahnverwaltung. Sein Nachfolger wird der bisherige Vorsitzende der Staatsduma Sergej Naruschkin, wie RIA Novosti berichtet. Ein entsprechendes Dekret (Erlass) soll in naher Zukunft vom russischen Präsidenten unterzeichnet werden.

 


 

Präsident Putin würdigte Fradkows Arbeit beim SWR als „sehr professionell“ und dankte ihm für seinen Arbeit. Sein Nachfolger Naruschkin wurde Ende der 1980er Jahre noch von der Schule für Auslandsaufklärung beim KGB ausgebildet und sein Wechsel an die Spitze beim SWR wird in russischen Sicherheitskreisen positiv bewertet. Aber wird der SWR nicht bald in das Ministerium für Staatssicherheit (MGB) aufgehen?

 

 

Die bisherigen Medienberichte in Russland über die Schaffung eines neuen Ministerium für Staatssicherheit, wo sämtliche Nachrichtendienste und Strafverfolgungbehörden unter einer Leitung stehen sollen wurden bislang nicht bestätigt. „Ich kann die Medienberichte nicht bestätigen“, antwortete Peskow auf die Nachfrage von Journalisten bezüglich der Berichte im „Kommersant“ und weiteren Medien.

 


 

Die obere Twitter-Meldung verlinkt auf einen Zeitungsbericht des russischen Portals Lenta.ru aus dem Jahre 2004, wo man ebenfalls über eine großangelegte Geheimdienst-Reform spekulierte. Eine Reform und Zusammenlegung bliebt damals aus und die Strukturen der Nachrichtendienste blieben in ihrer bisherigen Form erhalten.
 
Von Christian Lehmann