Der Geopolitik-Experte und Politologe George Friedman befasst sich auf seinem neuen Portal Geopolitcal Futures mit der Ukraine-Politik der US-Regierung. Die jüngste Forderung von US-Vizepräsident Joe Biden nach einem Ende der Korruption in der Ukraine sei nach Friedman unmöglich. Auch haben die Sanktionen gegen Russland ihren Zweck nicht erfüllt.
 

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George Friedman

 

Das ausgerechnet Joe Biden nun ein Ende der Korruption in der Ukraine wünscht klingt doch sehr ironisch, wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass ausgerechnet Bidens Sohn während den Maidan-Revolten für den ukrainischen Gasproduzenten Burisma arbeitete. Zudem war es doch der Hauptgrund für die USA und seinen westlichen Partner gewesen, einen Regierungswechsel in der Ukraine herbeizuführen, um die Korruption unter der Führung von Janukowitsch zu beseitigen.
 
Nach zwei Jahren stellte man nun fest, dass man mit dem Regime-Wechsel lediglich die Personen austauschte, die Korruption blieb. Friedman sieht das Problem der Korruption in der Ukraine tief verwurzelt ist und sich unmöglich einfach so beseitigen lässt. Der Gründer von Stratfor befasste sich auf seinem neuen Projekt Geopolitcal Futures bereits mehrfach mit dem Thema Ukraine und kritisierte die aktuelle US-Außenpolitik bereits mehrfach.
 


 
 
Auch die Sanktionen gegen Russland, die der Westen im Zuge der Ukraine-Krise verhängte, haben ihr Ziel nicht erreicht. Laut Friedman wird Russland sich von der Sanktionspolitik nicht einschüchtern lassen und inzwischen stehen die westlichen Staaten nicht mehr geschlossen hinter den Sanktionen. Eine zentrale Rolle in den Beziehungen zwischen Russland und den USA spielt dem Geopolitik-Experte zufolge Deutschland, das seit langem intensive wirtschaftliche Beziehungen mit Russland pflege. Neben Österreich, Italien und Frankreich werde gerade Deutschland nicht mehr lange die Sanktionen mittragen. Demnach empfiehlt Friedman die Sanktionspolitik seitens der USA aufzuheben, bevor sich Europa von den USA entferne.

 


 
Die Ukraine werde für Russland nach wie vor eine Pufferzone für Russland bleiben und Russland werde diese Zone auch in naher Zukunft nicht aufgeben. Dass die deutsch-russischen Beziehungen den USA ein Dorn im Auge sind, sagte Friedman bereits in einem anderen Kontext. Aus geopolitischer Sicht wäre es für die USA eine Katastrophe, wenn Deutschland und Russland ein Bündnis schließen würden. Deswegen versuchen die USA seit Jahren einen geopolitischen „Gürtel“ zwischen Deutschland und Russland zu schaffen, der als Keil zwischen den beiden Staaten eine Annäherung verhindern soll.

 

Von Christian Lehmann