Neun Stadtviertel von Aleppo sind derzeit einem starken Beschuss von Seiten der Kämpfer terroristischer Gruppierungen ausgesetzt. Tagtäglich werden Dutzende Verletzte in die Krankenhäuser gebracht. Dies berichtet die Agentur Ria Novosti unter Bezugnahme auf Quellen vor Ort.

 

Im Viertel Dahiyad al-Assad hat ein Großteil der Bevölkerung die gefährliche Zone seit langem verlassen, nur wenige Familien haben sich zum Bleiben entschieden.

 

„Die Kämpfer beschießen uns regelmäßig, wir leben wie in einem Pulverfass, und jeden Tag beten wir, dass die syrische Armee die Verteidigungslinie hält. Ich habe drei Töchter, und das Schwierigste ist, sie zu überreden, in den Keller hinabzusteigen – die Kinder haben sich an den Beschuss gewöhnt und haben das Gefühl für Gefahr verloren“, erzählte Hiba al-Assadi, eine Bewohnerin von Aleppo, dem Korrespondenten.

 

Die Einheiten der syrischen Armee wehren hier täglich zwei bis drei Angriffe ab. Das Militär eröffnet das Gegenfeuer auf die Stellungen der Terroristen, von wo aus ihre Artillerie die Häuser der friedlichen Einwohner beschießt.

 

„Die Kämpfer wissen sehr gut, dass hier Menschen wohnen, aber das stoppt sie nicht. Vor wenigen Tagen hatte ihre nichtlenkbare Rakete ein Wohnhaus getroffen, in dem sich zu jenem Augenblick eine kinderreiche Familie befand – drei Menschen kamen dabei ums Leben“, erzählte der syrische Soldat Tarik.

 

Im Stadtviertel Hamdayniya wurde das Dach einer Grundschule, in der anderthalbtausend  Kinder lernen, von einer Mine getroffen, die glücklicherweise nicht explodierte. Die Schüler wurden daraufhin sofort evakuiert und Minenräumkräfte gerufen.

 

„Das war eine Mine des Kalibers 120 Millimeter, wenn sie detoniert wäre, hätten Kinder sterben können. Der Zünder hat beim Aufprall nicht funktioniert, aber es ist besser, wenn Sie in Deckung gehen, hier ist es sehr gefährlich – die Mine kann jeden Augenblick explodieren“, warnte der Unterleutnant der syrischen Armee, Muhammad Helyu.

 

Um das Schulgebäude nicht zu zerstören, beschlossen die Soldaten, die Mine nicht an Ort und Stelle zu sprengen. Unter großem Risiko für sich selbst haben sie sie aus der Betondecke geborgen, um sie auf einem speziellen Gelände zu sprengen.

 

„Natürlich haben wir große Angst, denn die Kämpfer beschießen die Schule ständig, aber wir setzen die Arbeit fort und lassen uns von den Terroristen nicht einschüchtern“, sagte man der Agentur in der Schuldirektion.