Während seines Auftritts in der Kiewer Rada hat der israelische Präsident Reuven Rivlin daran erinnert, dass Ukrainer und insbesondere die ukrainische Nationalisten-Organisationen OUN an Massenmorden beteiligt waren und mit Hitlerdeutschland kollaborierten, schreibt Sputnik.

 

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„Auf dem Territorium der heutigen Ukraine wurden während des Zweiten Weltkrieges um die 1.5 Millionen Juden in Babij Jar und an vielen anderen Orten ermordet. Sie wurden in Wäldern, neben Schluchten erschossen, in Massengräber gestoßen“, sagte Rivlin, der zum 75. Gedenktag des Massakers von Babij Jar in die ukrainische Hauptstadt gekommen ist.

 

Laut Rivlin ist eine große Zahl der an dem Massaker beteiligten Verbrecher Ukrainer gewesen.

 

„Unter ihnen haben sich besonders die Kämpfer der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) hervorgetan, die sich an Juden vergingen, sie umbrachten und in vielen Fällen an die Deutschen auslieferten“, so der israelische Präsident.

 

Natürlich habe es auch „Gerechte unter den Völkern“ gegeben. Dies seien jedoch nur wenige Funken im Dunkeln gewesen.

 

„Antisemiten dürfen nicht rehabilitiert und verherrlicht werden.  Gleichgültiges Schweigen oder Gemurmel können unter keinen Umständen durch politische Interessen rechtfertigt werden, besonders wenn es um antisemitische Strukturen geht“, betonte Rivlin.

 

Die Beziehungen zwischen der Ukraine und Israel seien zwar in die Zukunft gerichtet, allerdings  könnten Staatsoberhäupter derjenigen Länder, die antisemitische, rassistische und neonazistischen Ansichten vertreten, niemals als willkommene und vollwertige Mitglieder der „Weltvölker-Gemeinschaft“ betrachtet werden.

 

Am 9. April 2015 hatte das ukrainische Parlament (Rada) in einem Gesetz die ehemaligen Mitglieder der OUN und der von ihr gegründeten UPA (Ukrainische Aufständische Armee) als Unabhängigkeitskämpfer eingestuft und ihnen gesetzlich weite Sozialprivilegien gewährt. Öffentliche Kritik an der OUN, die als Befreiungsbewegung gesehen wird, steht in der Ukraine unter Strafe. Einige Experten sprachen damals von der Heroisierung von Nazi-Kollaborateuren.

 

Neben dem gegen die polnische Zivilbevölkerung begangenen Massaker von Wolhynien hatte OUN auch aktiv am Massenmord gegen die jüdische Bevölkerung Kiews im Babij Jar teilgenommen. Am 29. und 30. September 1941 hatten SS-Truppen, die Wehrmacht und nach Angaben vieler Historiker auch die «Bukowiner Kurin», eine OUN-Militäreinheit, damals in nur 36 Stunden mehr als 33.000 Menschen ermordet.

 

In den vergangenen Jahren wurde die Gedenkstätte in Babij Jar dutzende Male von Vandalen geschändet.