Der Oberbefehlshaber der libyschen Armee, General Khalifa Haftar, hat Russland in einem Schreiben darum gebeten, die Lieferung von Waffen und Militärtechnik an sein Land aufzunehmen, berichtet am Mittwoch die Zeitung „Iswestija“ mit Verweis auf eine den russischen diplomatischen Kreisen nahestehende Quelle.

 

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Das Schreiben des libyschen Generals hat laut der Zeitung Haftars Gesandter, der Botschafter Libyens in Saudi-Arabien, Abdel Basset al-Badri, übergeben, der am Montag in Moskau vom Nahost-Sonderbeauftragten des Präsidenten, dem Vize-Außenminister Michail Bogdanow, empfangen wurde.

 

„Ein solches Treffen hat tatsächlich stattgefunden. Al-Badri war für einen Tag nach Moskau gekommen. Beim Gespräch mit Bogdanow wurden die Aufhebung des Embargos und der Beginn der Waffenlieferungen erörtert. Die Libyer bitten uns nicht nur um Schützenwaffen, sondern auch um Militärtechnik, darunter um Flugzeuge“, zitiert die Zeitung ihren Gesprächspartner.

 

Das Verbot für Waffenlieferungen an die Konfliktparteien in Libyen war im Jahr 2011 während des Aufstandes gegen den Staatschef Muammar al-Gaddafi verhängt worden. Im Juni 2016 hatte Haftar Moskau besucht und mit dem Sekretär des russischen Sicherheitsrates Nikolaj Patruschew sowie dem Verteidigungsminister Sergej Schojgu verhandelt.

 

General Khalifa Haftar befehligt die Armee Libyens, die dem im Jahr 2014 gewählten Parlament loyal ist. Die Abgeordneten hatten sich geweigert, die mit Unterstützung der Uno gebildete Regierung der Nationalen Einheit in Tripolis anzuerkennen, die am 31. März 2016 ihre Arbeit aufgenommen hat. Sie strebt den Erhalt der Integrität des Landes an, die seit der Absetzung von Muammar al-Gaddafi im Jahre 2011 stark gefährdet ist. Mehrere libysche Gebiete werden nicht von der Zentralmacht kontrolliert. Im Land sind Kämpfer der Terrormiliz Daesch (IS, Islamischer Staat) aktiv.