Mehr als einhundert Mitarbeiter eines Landwirtschaftsunternehmens im ukrainischen Gebiet Saporischschja haben Präsident Petro Poroschenko dazu aufgerufen, die Wirtschaftsbeziehungen mit Russland wiederherzustellen, berichten örtliche Medien.

 

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„Als wir wegen des Abbruchs der Handelsbeziehungen (mit Russland – Anm. d. Red.) unseren zentralen Exportmarkt – Russland – verloren haben, hat es die Regierung nicht geschafft, die Exportquoten für unsere Produktion in Europa zu steigern“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens.

 

hm zufolge führt die entstandene Lage „zur Stagnation und Reduzierung der Produktionskapazität“ sowie zur Verringerung des Exports.

 

Außerdem werde „die Zukunft der Land- und Viehwirtschaft der Ukraine allgemein“ bedroht, so der Landwirt.

 

Anfang September hatte Poroschenko Kiews Verluste wegen der von Russland verhängten Einschränkungen auf 15 Milliarden US-Dollar geschätzt. Moskaus Vorgehen bezeichnete der ukrainische Präsident als „Wirtschaftsschock“.

 

„Im Jahr 2015 ist unser Export nach Russland gegenüber 2014 um 50 Prozent geschrumpft. Das ist bei Weitem nicht das Ende: in den ersten sechs Monaten (2016 – Anm. d. R.) ist ein Rückgang von 34 Prozent zu beobachten. Russlands Anteil am ukrainischen Export beträgt lediglich neun Prozent, wobei sich die Tendenz zu einer weiteren Senkung abzeichnet“, sagte Poroschenko in seiner Jahresbotschaft an das Parlament.

 

Die Ukraine habe wegen der Wirtschaftsrezession Dutzende, wenn nicht Tausende Arbeitsplätze verloren. Diese „Wirtschaftsaggression“ ist Poroschenko zufolge einer der Hauptgründe für die drastische Verschlechterung des Lebensstandards.

 

Am 29. Dezember 2015 hatte der ukrainische Staatschef der Regierung erlaubt, Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu verhängen. Das war ein Gegenschritt, nachdem der russische Premierminister Dmitri Medwedew die Ukraine auf die Liste jener Länder gesetzt hatte, für die das Lebensmittelembargo gilt. Es erstreckt sich ebenso auf die EU-Länder, die USA, Kanada, Norwegen, Australien, Albanien, Montenegro, Island und Liechtenstein. Das Embargo für ukrainische Waren gilt in Russland seit Anfang dieses Jahres.