Gestern präsentierte die unabhängige Komission zur Aufklärung des Abschusses der malaysischen Passagiermaschine ein Zwischenergebnis. Doch geht es der JIT wirklich um Aufklärung oder vielmehr darum, die Mythen der westlichen Leitmedien zu belegen. Ihre Objektivität ist fraglich, aber ihre Ignoranz offenkundig.

 

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Die Kernaussage des neuen Berichtes des Joint Investigation Teams (JIT) sagt, dass die Maschine MH-17 von einer russischen BUK-Rakete abgeschossen wurde oder anders gesagt: Die Rakete stamme aus Russland. Keine wirklich neue Erkenntnis, denn das ukrainische Militär nutzt sowohl das Boden-Luft-System BUK als auch Raketen, die von einer Su aus abgefeuert werden. Das beides russische Fabrikate sind streitet wohl keiner ab. Aber gleichzeitig tut man an dieser Stelle so als würde die Ukraine keines dieser Waffensysteme verwenden, obwohl zum jenen Zeitpunkt das Militär der Ukraine mit russischen beziehungsweise sowjetischen Waffen ausgestattet war und immer noch ist. Die neuen Erkenntnisse stützen sich hierbei auf die Auswertung von „Satellitenbilder und Aussagen der Geheimdienste“, wie es die Medien im Westen derweil zusammenfassen.

 


 

Doch wie unabhängig ist diese Gruppe nun wirklich? Sie setzt sich aus Rechercheuren zusammen, die aus Belgien, den Niederlanden, Malaysia, der Ukraine und aus Australien stammen. Also überwiegend Länder, die entweder der NATO angehören, der NATO nahe stehen beziehungsweise mit den angelsächsischen Geheimdiensten („Five Eyes“) verstrickt sind. Und wen wundert es hier noch, dass die Schuldigkeit für den Absturz bei Russland gesucht wird? Wen wundert es, dass die russische Föderation dieser Gruppe vorwirft, sie ergreife einseitig Partei für die Ukraine oder für die westliche Sicht?
   


 
Warum werden Experten aus dem Westen ständig herangezogen, deren Expertise in Sachen sowjetischer Militärtechnik beziehungsweise russischen Waffensystemen wohl vergleichsweise niedrig ist, wenn man die Experten von Alma-Antey als Vergleichgruppe heranzieht? Vor allem drängt sich hier auch der Verdacht auf, der neue Bericht wäre ein Konglomerat aus den bisherigen „Recherchen“ die westliche Medien bereits verbreitet haben und bestätigen insoweit nur die schlechten Rechercheergbenisse von gewissen Portalen, die man bereits im Westen kennt?

 

 
Wie man solchen Rechercheergbenissen aus dem Westen trauen kann, hat der deutsche Journalist Billy Six gezeigt. Six war über ein Jahr in der Ukraine gewesen und hat zusammen mit anderen Kollegen herausgefunden, wie ein Rechercheverein aus Berlin eine MH-17 Reportage mit allerlei Unregelmäßigkeiten ausgeschmückt hat, die in etwa das wiedergeben, was die JIT nun gestern präsentiert hat. Ein aktueller Film hierzu wurde gestern auf Nuoviso präsentiert. Und bevor hier der Vorwurf entstehe, dass die russische Seite hier nicht kritisiert werde, der wird enttäuscht werden.
 

 
Von Christian Lehmann