Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat die Erklärung ihres US-Amtskollegen John Kirby über mögliche Angriffe der Extremisten auf russische Städte im Fall einer Fortsetzung des Bürgerkriegs in Syrien kommentiert.

 

Am Mittwoch hatte Kirby bei einer Pressekonferenz in Washington gesagt, der Bürgerkrieg in Syrien werde im Falle eines Abbruchs der russisch-amerikanischen Syrien-Gespräche fortdauern. Dies würde bedeuten, dass „Extremisten und extremistische Gruppierungen das Vacuum in Syrien weiter ausnutzen werden, um ihre Operationen zu erweitern, was zweifelsohne Angriffe auf Interessen Russlands und vielleicht sogar russische Städte einschließen wird. Russland wird weiter seine Soldaten in Leichensäcken nach Hause schicken und seine Ressourcen verlieren, vielleicht sogar weitere Flugzeuge“.

 

 

„Glauben Sie nicht, dass dieses Bauchreden über ‚Leichensäcke’, Angriffe auf russische Städte und den Verlust der Flugzeuge mehr einem ‚Fass!’ als einem Kommentar eines Diplomaten ähnlich ist?“ schieb Sacharowa auf Facebook.

 

Sie hat ihre Kollegen auch danach gefragt, ob diese vermeintlichen Anschläge von den „gemäßigten“ Oppositionellen ausgeführt werden sollen – „von denen, die Washington immer noch nicht von den Nusra-Kämpfern trennen kann“.

 

Zuvor hatte der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates am Sonntag erklärt, dass Russland angesichts der Tatsache, dass es dem unverhohlenen Druck von Seiten jener ausgesetzt ist, die die Terroristen gefördert haben und versuchen, sie für ihre Ziele auszunutzen, keinerlei Verhandlungen mehr führen werde, sollte ihr Ergebnis eine einseitige Feuerpause seitens der syrischen Regierungstruppen sein.

 

Wie Tschurkin sagte, sind derartige Verhandlungen lediglich taktische Winkelzüge jener, die an der Erhaltung des Kampfpotentials der terroristischen Gruppierungen und der Vertreter der radikalen Opposition, die sich ihnen angeschlossen haben, interessiert seien. Russland habe viel zu lange darauf gewartet, dass sich der Westen mit der Abgrenzung der Terroristen von der sogenannten „gemäßigten Opposition“ befasst.

 

Am 9. September hatten die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, nach 14-stündigen Verhandlungen ein Paket aus fünf Dokumenten zwecks Einstellung der Kampfhandlungen und der Wiederaufnahme des politischen Prozesses in Syrien vereinbart. Unter anderem sollten dabei die Terroristen von den so genannten „gemäßigten“ Oppositionellen abgegrenzt werden. Zudem wurde die Versorgung Aleppos und anderer Städte mit humanitären Hilfsgütern vereinbart.

 

Am 17. September hatten Fliegerkräfte der US-geführten Koalition Stellungen der syrischen Regierungsarmee im Raum der Stadt Deir ez-Zor angegriffen. Dabei kamen 62 syrische Soldaten ums Leben, es gab rund 100 Verletzte. Moskau kritisierte den Angriff scharf. Die syrische Armee hatte danach das Ende der Waffenruhe erklärt, da sich die Rebellen nicht daran gehalten haben. Auch Moskau hatte daraufhin die weitere Einhaltung der Feuerpause in Syrien als sinnlos bezeichnet.