Wie verschiedene Medien unter Berufung auf das Auswärtige Amt berichten, ist die Deutsche Journalistin Janina F. , die fast ein Jahr lang von der syrischen Al-Nusra-Front als Geisel genommen wurde wieder freigelassen. Sie befinde sich in der Türkei, von wo man ihre Rückkher nach Deutschland vorbereite.

 

Über die Enführung der Journalistin hat News Front bereits im August berichtet. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die freie Journalistin in den Händen der Al-Nusra-Front in Syrien, wo sie auch ihr Kind zur Welt gebracht hatte. Nun teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes mit, dass die Journalistin wohlauf sei und man in Ankara ihre Rückkehr nach Deutschland vorbereite. Verwundert war man, dass kaum jemand über die Entführung berichtet hatte. Hierüber fand man allerdings zahlreiche Erklärungen.

 


 

Auch das Portal Reporter ohne Grenzen berichtete über die Freilassung der Journalistin, obwohl die Journalistin in keiner Silbe zuvor, im Gegensatz zu anderen Journalisten, erwähnt wurde. In der Kritik steht nun das Münchner Portal Focus, das im Januar erstmals über den Vorfall berichtete, während andere Medien nun berichten, man habe auf Anraten vom Auswärtigen Amt und dem Bundeskriminalamt auf eine Berichterstattung verzichtet. Anders ging man bislang lediglich mit Entführungen von der Terrormiliz ISIS um. Alles nur eine Schutzbehauptung?

 

 

Anders sieht es das Portal Propagandaschau, wonach man die Berichterstattung deswegen unterlassen habe, um das Bild der „moderaten Rebellen“ in der Öffentlichkeit nicht zu stören. Bislang sprach im Falle der Al-Nusra-Front immer wieder von „Demokraten“ und „moderaten Rebellen“, die das Assad-Regime bekämpften. Die Journalistin wurde laut Focus mit Exklusivinformationen nach Syrien gelockt, wo man sie prompt als Geisel nahm. Ob für die Frau das geforderte Lösegeld gezahlt wurde ist bislang unbekannt. Bislang wird sowohl die Al-Nusra-Front als auch ihre Nachfolgeorganisation in der aktuellen Berichterstattung kaum genannt, wonach sich die Vermutung aufdrängt, dass man von einer kritischen Berichterstattung von Al-Nusra absehen wolle.
 
Fassen wir also zusammen: Focus wird nun nachträglich an den Pranger gestellt, weil man trotz vermeintlicher Warnungen doch über den Vorfall berichtete. Auch jetzt spricht man nicht gerne über die Tatsache, dass die Frau von der Al-Nusra-Front festgehalten wurde. Allenfalls von einer „angeblichen Entführung“ wie man auf diversen Meldungen nachlesen kann. Bei ähnlich gelagerten Fällen, wo beispielsweise der IS Journalisten entführte, sprach weit und breit über den Vorgang. Es drängt sich also insoweit der Verdacht auf, dass man nicht aus Schutz sondern mehr aus taktischen Gründen nicht über die Entführung sprach.

 

Von Christian Cannabich