Die Drohung der USA zu der Einstellung des Syrien-Dialogs mit Russland ist die Politik der Bedrohung und Erpressung, wie der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow sagte. Sie füge den bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern Schaden zu.

 

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„Das ist die Politik der Bedrohungen und der Erpressung, die sich darauf richtet, die für die USA und ihre Kunden günstige Entscheidungen aufzuzwingen“, so Rjabkow. „Es ist unmöglich, eine Regelung und Stabilisierung auf dieser Grundlage zu erzielen. Doch Liebe kann man nicht erzwingen. Wir haben eigene Zugänge und eigene Prinzipien“, so der Minister weiter.

 

Nach zahlreichen Vereitelungen eigener Verpflichtungen im Rahmen der Vereinbarungen, die derzeit der Öffentlichkeit fast in vollem Ausmaß bekannt seien, würden die USA nun die Sache so drehen, dass die Fortsetzung der Kooperation zur Regelung der Syrien-Krise infrage gestellt werde, so der Vizeaußenminister.

 

Rjabkow zufolge versuchen die USA erneut ihren einseitigen Zugang aufzuzwingen, was Russland nie akzeptiert hätte.

 

„Genau deshalb hatten wir so lange gebraucht, um die Vereinbarungen am 9. September zu erreichen, da es wichtig war, alles auf einer ausgewogenen und paritätischen, für alle akzeptablen Grundlage zu machen. Nun stellen die Amerikaner diese Vereinbarungen infrage. Das ist ihre politische Wahl. Das spiegelt die verstärkte Position der ‚Kriegspartei‘ in Washington und derjenigen wider, die auch weiterhin den bilateralen Beziehungen mit Russland schaden wollen“, teilte Rjabkow weiter mit.

 

Dem Minister zufolge „gibt es hier keine Sorge um die Situation in Aleppo, um humanitäre Probleme der Bevölkerung, um Tragödien, die sich dort tagtäglich ereignen, und die kann es auch nicht geben (…) Das ist reine Politik und Geopolitik“, schloss Rjabkow.

 

Am Mittwoch hatte John Kerry seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow am Telefon darüber informiert, dass die USA die bilaterale Zusammenarbeit mit Russland zu Syrien, einschließlich der Bildung eines gemeinsamen Zentrums für die Umsetzung der Waffenruhe, einstellen würden, sollte Russland nicht unverzüglich Schritte zur Einstellung des Vormarsches in Aleppo und zur Wiederherstellung des Waffenstillstandes unternehmen. Kerry zufolge ist es die Verpflichtung Russlands, diesen Vormarsch einzustellen und einen humanitären Zugang zu Aleppo und anderen Gebieten zu sichern.
Am 9. September hatten die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, nach 14-stündigen Verhandlungen ein Paket aus fünf Dokumenten zwecks Einstellung der Kampfhandlungen und der Wiederaufnahme des politischen Prozesses in Syrien vereinbart. Unter anderem sollten dabei die Terroristen von den so genannten „gemäßigten“ Oppositionellen abgegrenzt werden. Zudem wurde die Versorgung Aleppos und anderer Städte mit humanitären Hilfsgütern vereinbart. Nachdem die Waffenruhe geplatzt ist, wurden diese Pläne jedoch nicht realisiert.

 

Quelle: Sputniknews