Kämpfer im syrischen Aleppo nehmen nicht nur Wohnhäuser, sondern auch Moscheen unter Beschuss, wie die Einwohner des Stadtviertels Beni Zeid mitteilten. Den Augenzeugen zufolge beschießen die Terroristen absichtlich die ganzen Wohnviertel und versuchen dabei möglichst viele Gebäude zu zerstören.

 

„Schauen Sie sich mein Haus an. Terroristen zerstörten die Häuser meiner Nachbarn und töteten viele Menschen. Sie sind keine Muslime“, sagte Scheich Muhammad Abud.

 

Das Viertel Beni Zeid, das für die Erhaltung des östlichen Teils von Aleppo für die Kämpfer äußerst wichtig ist, wurde vor einigen Monaten zurückgewonnen. Dennoch zählt es weiterhin zu einem der gefährlichsten Aleppo-Vierteln. Die örtlichen Behörden enttrümmern das Gebiet und versuchen die zerstörten Häuser und Gebäude wieder aufzubauen. Die Terroristen wollen den Friedensprozess jedoch mit allen Mitteln verhindern.

 

Nichtsdestotrotz will Maram Al-Hindi nach eigenen Worten mit ihren sechs Kindern, das Jüngste im Alter von nur zwei Jahren, zurückkehren.

 

„Als die Kämpfer in unser Viertel eingedrungen waren, machten wir uns aus Angst, getötet zu werden, auf die Flucht. Wir wohnten über mehrere Jahre hinweg in einem Flüchtlingslager. Nachdem das Viertel befreit wurde, wollen wir zurückzukehren“, so Al-Hindi.

 

Noch eine Beni Zeid-Einwohnerin teilte mit, dass gleich zwei Granaten ihr Haus getroffen hätten. Ihr Mann und Neffe seien dabei ums Leben gekommen. Doch auch sie wolle zurückkehren.

 

„Meine Familie wurde getötet. Die Kämpfer bombardieren uns immer noch. Mir ist das alles inzwischen egal, ich habe nichts zu verlieren. Das ist mein Haus und ich werde hier wohnen“, so die Frau.

 

Die Situation in Aleppo bleibt angespannt. Die Kämpfer beschießen die Wohnviertel, täglich treffen Duzende selbstgebaute Bomben und Minen die Wohnhäuser. Allein in den letzten 24 Stunden wurde Aleppo etwa 50 Mal beschossen. Mehrere örtliche Einwohner wurden verletzt.

 

Zuvor hatte das Kommando der syrischen Regierungsarmee den Beginn der militärischen Operation zur Befreiung des östlichen Aleppo bekannt gegeben. Das Kommando rief alle Einwohner auf, sich den Gebieten nicht anzunähern, wo sich viele Kämpfer aufhalten und deren Stellungen eingerichtet seien. Syrische Militärs erklärten zudem, dass sie kein einziges ziviles Ziel in Aleppo bombardiert hätten. Assads Armee werde ausschließlich Terroristen und ihre Stellungen angreifen.

 

In Syrien dauert seit März 2011 ein bewaffneter Konflikt an, der laut Uno-Angaben bereits mehr als 220.000 Todesopfer gefordert hat. Den Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad stehen Rebellen, aber auch islamistische Terrormilizen gegenüber, die verschiedenen bewaffneten Gruppierungen angehören.